NWO-Stiftung Belcampo





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Unser Boden - bist du Eigentümer oder bezahlst du Miete?

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Gemeinwirtschaftsideen feiern ein Comeback

Autorin Ursula Binggeli, PDF 2.06MB zum Runterladen / Lesen

nwo

NWO-Stiftung Belcampo unterstützt Wohnbauprojekt
im Emmental

Der Stiftungsrat der NWO-Stiftung Belcampo hat beschlossen, sich mit 250 000 Franken am Kauf von Bauland in Trubschachen BE zu beteiligen. Lokale Initianten wollen an der Sonnhalde, am westlichen Dorfrand gelegen, eine ökologisch und sozial vorbildliche Siedlung mit rund einem Dutzend Wohneinheiten erstellen. Trägerin des Neubaus soll eine noch zu gründende Genossenschaft sein, welche den Boden langfristig im Baurecht übernehmen wird. Teil des Projekts ist ein kleiner angrenzender Bauernhof mit nochmals 5 Wohnungen. Er soll ins Leben der künftigen Bewohner einbezogen sein. Die Initianten haben sich zum Ziel gesetzt, zusammen mit den künftigen Bewohnern und Fachleuten aus verschiedenen Sparten ein Siedlungskonzept nach ökologischen und sozialen Prinzipien zu entwickeln, welchen der Suffizienzgedanke zu Grunde liegt. Der Realisierungsprozess soll Vorbildcharakter für weitere ähnliche Initiativen im ländlichen Raum bekommen. Vorgesehen ist, die Neubauten in Holzbauweise mit dem Rohstoff aus den heimischen Emmentaler Wäldern zu erstellen. Die Initianten rechnen mit einem Realisierungszeitraum von rund fünf Jahren. Die Mittel für das finanzielle Engagement der NWO-Stiftung Belcampo stammen aus einem Legat.

191015 nwo

Richtig rechnen in der Wirtschaft

Der süddeutsche Biogärtner und Unternehmer Christian Hiss schlägt in seinem Buch "Richtig rechnen! Durch die Reform der Finanzbuchhaltung zur ökologisch-ölonomischen Wende" eine neue Rechnungsmethode für den Erfolg von Wirtschaftsunternehmen vor. Statt nur die eigentlichen Betriebsmittel und die Produkte der Arbeit in die Rechnung einzubeziehen, sollen künftig auch die vollen sozialen und ökologischen Kosten mit einbezogen werden. Ein Beispiel aus der Landwirtschaft: Ein Hof, der den Samen für seine Feldfrüchte selber produziert, der Lehrlinge ausbildet und die Qualität des Bodens durch sorgsamen Umgang bewahrt, bekommt durch die umfassende Buchhaltung einen höheren Wert als der gleich grosse Nachbarbetrieb, der das Saatgut von den Agrarmultis bezieht, billige ungelernte ausländische Arbeitskräfte beschäftigt und den Boden mit Kunstdünger und Schädlingsbekämpfungmitteln traktiert. Hiss hat einen breiten Kriterienkatalog für die neue Art zu rechnen entwickelt. Ziel ist es, dank der umfassenden Betrachtungsweise eine Wirtschaftstätigkeit ohne Raubbau  zu erzielen. Hiss will in seinem Umfeld der Regionalwert AG in Freiburg im Br. erste praktische Versuche mit einer solchen Buchhaltung unternehmen. Deutsche Unternehmerkreise haben positiv auf Hiss' Vorschläge reagiert. Das gut leserliche Büchlein ist allen zu empfehlen, die an die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Wende zu echter Nachhaltigkeit interessiert sind.

Christian Hiss: Richtig rechnen! Durch die Reform der Finanzbuchhaltung zur ökologisch-ökonomischen Wende. Oekom-Verlag München 2015. ISBN 978-3-86581-749

190815 nwo

Solidarwirtschaft

Der Ökonom Matthias Wiesmann legt mit seinem Buch "Solidarwirtschaft" eine gründliche Analyse des heutigen Wirtschaftsgeschehens vor. Er unterscheidet zwischen Realwirtschaft und Parawirtschaft - mit Letzterer meint er die hoch spekulativen Finanztransaktionen und Spekulationen in luftleeren Räumen, die von Zeit zu Zeit dann in Form von Einbrüchen und Krisen auf die Realwirtschaft durchschlagen. Er plädiert für eine Wirtschaft mit gesellschaftlicher Verantwortung. Dazu sei eine Abkehr vom aktuellen Ökonomismus hin zu wirtschaftlicher Vernunft nötig. Mit dieser Vernunft meint der Autor die Einsicht, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen können und demnach eine Wirtschaft mit stets progressivem Wachstum ein Ding der Unmöglichkeit ist. Matthias Wiesmann orientiert sich in den Grundzügen an Rudolf Steiners Dreigliederung des sozialen Organismus mit einem auf Gleichheit beruhenden Rechtsleben, einem freien Geistesleben und einer solidarischen Wirtschaftsweise, in deren Entscheidungsprozesse alle Betroffenen einbezogen werden sollen. Das sehr informative, sorgfältig formulierte, mit vielen praktischen Beispielen aus der Erlebniswelt eines reichen Berufslebens angereicherte und mit vielen Querbezügen und einer umfangreichen Literaturliste versehene Buch ist als anregende Lektüre Suchenden unterwegs zu einer Gemeinmwohl-orientierten Wirtschaft sehr zu empfehlen.

Matthias Wiesmann: Solidarwirtschaft. Verantwortung als ökonomisches Prinzip. Futurum-Verlag Basel 2014. ISBN 978-3-85635-245-4

190815 nwo

Oltner Baurechtnehmer wehren sich

Die Bürgergemeinde Olten ist Grundeigentümerin der Siedlung Platanen im Südwesten der Stadt, in der ab 1988 in vier Etappen 50 Reihenhäuser in drei geschwungenen Zeilen erbaut und bezogen worden sind. Erst in den letzten Jahren haben die Bewohner realisiert, dass ihre Baurechtsbedingungen stark voneinander abweichen. Für die vier Etappen gibt es vier verschiedene Schlüssel zur Berechnung und zur Anpassung der Baurechtszinsen. Aktuell hat das zur Folge, dass die Bewohner der Häuser der dritten Etappe bis zu 60 Prozent mehr Baurechtszins bezahlen als ihre Nachbarn. Als besonders störend empfinden sie, dass sie für ihren Anteil von je 170 m2 unbebauten Landes (Wege, einen Baumgarten und einen grosszügigen Spielplatz) viel mehr bezahlen als ihre direkten Nachbarn. Eine Gruppe von Baurechtnehmern hat jetzt - beraten von der NWO-Stiftung Belcampo - dem Präsidium des Bürgerrats ihre Unzufriedenheit in einem Gespräch dargelegt und eine Angleichung der Baurechtsbedinungen für alle 50 Platanen-Partien verlangt. Der Bürgerrat hat versprochen, das Anliegen ernsthaft zu prüfen und im Herbst einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen zu unterbreiten. Seitens der NWO-Stiftung Belcampo wurde der Bürgerrat darauf hingewiesen, dass die Bürgergemeinde als öffentlich-rechtliches Gebilde nicht nur an den Wortlaut der Einzelverträge mit den Baurechtnehmern gebunden ist. Vielmehr gilt für sie das Verhältnismässigkeitsprinzip und das Prinzip der Gleichbehandlung ihrer Vertragspartner bei gleichen Voraussetzungen. Ferner riet unsere Stiftung dem Bürgerrat, für die fünfjährliche Anpassung der Baurechtszinsen ein einheitliches und einfaches Modell zu wählen.

290615 nwo

Die NWO-Stiftung Belcampo unterstützt die Vollgeldinitiative

Der Stiftungsrat der NWO-Stiftung Belcampo hat beschlossen, die Unterschriftensammlung für die Vollgeld-Initiative des Vereins MoMO zum zweiten Mal mit einem finanziellen Beitrag zu unterstützen. Dass die Funktionsweise des Geldes überhaupt nicht zu überzeugen vermagt, wird immer offensichtlicher. Statt des heutigen parteiischen Geldes ist eines gefragt, das neutraler Vermittler zwischen den Akteuren des Wirtschaftslebens ist. Das Vollgeld mit dem Geldschöpfungsmonopol für die Nationalbank ist ein geeignetes Mittel, diesem Ziel einen entscheidenden Schritt näher zu kommen.

160615 nwo

Othmar Metzger gestorben

Die NWO-Stiftung Belcampo beklagt den Verlust eines ihrer Gründungsmitglieder. Othmar Metzger ist am 8. Mai in seinem 85. Altersjahr verschieden. Othmar Metzger gehörte 1986 zum Kreis jener, die dem ersten Stiftungsrat der NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung beitraten. Als Architekt und langjähriger Verantwortungsträger in Gremien der Liberalsozialistischen Partei der Schweiz (LSPS) brachte er wichtiges Know-how in den Stiftugnsrat ein. Er gehörte über gut zwei Jahrzehnte dem Trio an, welches Anfragen und Projekte zuhanden des Stiftungsrates prüfte. 1991 übernahm Othmar Metzger das Sekretariat der Stiftung, das er 22 Jahre lang mit vorbildlichem Engagement, Harnäckigkeit und Enthusiasmus führte. Daneben exponierte er sich bodenpolitisch auch in der Öffentlichkeit, sei es mit unkonventionellen Anträgen an der Gemeindeversammlung an seinem Wohnort Stallikon ZH oder als Leserbriefautor im "Anzeiger für den Bezirk Affoltern" oder im "Tages-Anzeiger".

160615 nwo

Wädenswil als Industrielandhändler

Die Stimmberechtigen von Wädenswil haben am 30. November mit deutlicher Mehrheit beschlossen, im Industriegebiet Rütihof 4 Hektaren Bauland zu erwerben. Sie haben dafür 22 Millionen Franken bewilligt. Jetzt will der Stadtrat das Land parzellieren, erschliessen und dann wieder abgeben. Im Vordergrund steht dabei der Verkauf, aber "auch Abgabe im Baurecht ist möglich" heisst es in den Abstimmungsunterlagen. Die NWO-Stiftung hat dem Wädenswiler Stadtrat einen Brief geschrieben. Darin gratuliert ihm unsere Stiftung zur aktiven Landpolitik. Allerdings drücken wir darin unser Unverständnis aus, dass sich die Stadt als Händlerin sieht. Viel besser wäre es, sie würde das Industrie- und Gewerbeland dauernd in ihrem Eigentum behalten. Nutzer der Flächen könnten so - ganz entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung - kommen und gehen. Die Stadt aber behielte eine dauerhafte Einflussmöglichkeit auf das, was im Rütihof geschieht.

211214 nwo

Der Vulkan Ungleichheit - neues Buch von E. W. Weber

Er steht in seinem zehnten Lebensjahrzehnt, und er denkt und schafft unermüdlich weiter, ruht nicht auf seinen Lorbeeren aus: der Berner Lehrer, Sänger und Denker Ernst Waldemar Weber. Sein neustes, gut 100 Seiten starkes Werk trägt den Titel "Der Vulkan Ungleichheit". Schon lange ist der Autor besorgt über die Schere, die sich zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet und die Menschheit bedroht. Publikationen der letzten Jahre haben ihn in dieser Sorge bestärkt. Er fasst drei von ihm als wichtig erkannte in seinem jüngen Buch zusammen: "Gleichheit ist Glück" der britischen Forscher Richard Wilkinson und Kate Pickett hat anhand von zahllosen Studien in vielen Ländern nachgewiesen, dass Völker mit geringeren sozialen Unterschieden glücklicher, gesünder und erfolgreicher sind. Der OECD-Bericht "Divided We Stand" weist nach, dass zwischen 1980 reiche und arme Länder weiter auseinanderdriften. Aus beiden Werken präsentiert Weber die wichtigsten Fakten. Drittes Element ist ein Hirtenbrief von Papst Franziskus vom letzten Jahr, in dem der Pontifex die Auswüchse des Kapitalismus in scharfen Worten geisselt. Auch daraus zitiert Weber Passagen. Ernst Waldemar Weber fügt seinen Berichten einen Rundgang durch die verschiedenen politischen Problemfelder an. Und der Autor spart nicht mit Empfehlungen, was zu tun sei. Die überraschendsten, typisch weberschen: Schaffen wir in unseren Zügen als Gegenpol zum Ruhewagen einen Gesprächswagen. Damit die Kommunikation unter Reisenden über Gott und die Welt gefördert wird. Oder: Beginnen und schliessen wir jede Sitzung zu irgendwelchen Themen mit einem Lied. Liedes. Weil Weber die heilende und verbindende Wirkung des Gesanges aus einem langen Leben kennt. - Eine zunächst ziemlich zahlenlastige, zum Schluss dann herzhaft erfrischende Lektüre.

Ernst Waldemar Weber: Der Vulkan Ungleichheit - Fakten -Folgen - Fragen. Verlag ceterum censeo, Haldenau 20, 3074 Muri BE. ISBN 978-3-033-04851-1.

301014 hgi

Boden behalten, Stadt gestalten: Anmeldeschluss 15. November

Die Herbsttagung von Gemeingut Boden am 22. November in Schaffhausen rückt näher. Die Website des Infonetzwerks Gemeingut Boden ist jetzt online. Und die Tagungsvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Partnerstiftungen von Gemeingut Boden teilen sich die anfallenden Arbeiten auf. Die Stiftung Trigon in Arlesheim stellt das Tagungssekretariat, die NWO-Stiftung Belcampo betreut die finanziellen Aspekte. Die Tagung ist ganz der Problematik des Baurechts nach ZGB gewidmet. Sie bringt Beiträge aus Basel, Zürich, Biel und Schaffhausen und will mit Workshops und einem künstlerischen Beitrag eine Plattform für die Diskussion unter Interessierten sein. Auf der Website von Gemeingut Boden findet sich das Tagungsprogramm sowie ein Onlineformular für die Anmeldung. www.gemeingutboden.ch. Auskünfte: info@gemeingutboden.ch. Schriftliche Anmeldungen: Gemeingut Boden c/o Stiftung-Trigon, Dornachweg 14, 4144 Arlesheim

Flyer herunterladen 1.49 MB

290714 nwo

Ziel und Weg der NWO-Stiftung Belcampo

Im Herbst 2012 hatte der Präsident unserer Stiftung Gelegenheit, an einer Tagung der Zeitschrift "Humane Wirtschaft" in der Silvio-Gesell-Tagungsstätte in Wuppertal D die NWO-Stiftung Belcampo und ihr Wirken in einem Referat vorzustellen. Im Anschluss daran bat ihn das Internetportal Sunpod.de um ein Interview. Bei der Verarbeitung wenig später schien es dann verloren gegangen zu sein. Vor kurzem aber ist es - anderthalb Jahre verspätet - wieder aufgetaucht. Und der Autor des Interiews, Michael Bonke, hat es jetzt ins Netz gestellt. Im gut 20-minütigen Interview umreisst Heinz Girschweiler die Ziele der NWO-Stiftung Belcampo und der Bodenrechtsbewegung allgemein, und er erzählt aus der bisherigen Geschichte der Stiftung.
Hier der Link zum Audio-Interview.

140714 nwo

Weiteres Grundstück erworben

Die NWO-Stiftung Belcampo hat im vergangen Jahr in Rüti ZH zu einem symbolischen Preis ein weiteres Grundstück erwerben können. Sie wird es nicht mehr verkaufen, sondern - getreu den Stiftungsgrundsätzen - im Baurecht nutzen lassen. Die Stiftung hat das Geschäftsjahr mit einem finanziellen Rückschlag von gut 5000 Franken abgeschlossen. Dies, weil sie die betriebliche Sicherung einer biologischen Getreidezüchtung mit 10 000 Franken unterstützt hat. Der Jahresbericht 2013 ist jetzt auf dieser Website unter Stiftung aufgeschaltet und einsehbar.

100714 nwo

Neu: Katalog zur Freiwirtschaftlichen Bibliothek

Die Schweizerische Freiwirtschaftliche Bibliothek (FB) ist seit mehr als 25 Jahren als Depositum der NWO-Stiftung Belcampo im Schweizerischen Wirtschaftsarchiv des Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrums der Uni Basel untergebracht. Die Bestände sind online bestellbar. Jetzt haben die Betreuer der Bibliothek auf Wunsch des Stiftungsrats der NWO-Stiftung Belcampo einen Katalog aller Bücher und Schriften der Freiwirtschaftlichen Bibliothek zur Verfügung gestellt. Er umfasst gegen 250 A4-Seiten und ist ab sofort als PDF-Dokument auf dieser Website einsehbar. Die Liste ist chronologisch nach Erscheinungsjahr der Publikationen geordnet. Es ist geplant, das PDF periodisch zu aktualisieren, da die Bibliothek laufend mit Neuerscheinungen ergänzt wird. - Zur Erinnerung: Die Schweizerische Freiwirtschaftliche Bibliothek ist das Werk von Paul Gysin-Schürch (1911-1993). Er vermachte sie der NWO-Stiftung Belcampo, welche sie im Schweizerischen Wirtschaftsarchiv platzieren und professionell betreuen lassen konnte. Die Bibliothek enthält den Kernbestand an freiwirtschaftlichen Schriften seit Ende des 19. Jahrhunderts. (PDF 1.26 MB)

100714 nwo

Boden behalten, Stadt gestalten - eine Tagung in Schaffhausen

Am Samstag, 22. November 2014 findet in der Kantonsschule Schaffhausen eine öffentliche Tagung zur Bodenpolitik von Städten und Gemeinden statt. Referenten aus Basel, Biel und Zürich werden die jeweilige Situation aus Sicht von politischen Aktivisten, der Wohnbaugenossenschaften und der Stadt als Baurechtgeberin beleuchten. In Workshops bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, die Themen zu vertiefen, bevor im letzten Teil der Veranstaltung die Bodenpolitik der Stadt Schaffhausen in einem Podiumsgespräch diskutiert wird. Aufgelockert wird die Tagung durch künstlerische Beiträge. Veranstalter des Anlasses ist das Infonetzwerk Gemeingut Boden, das von einem halben Dutzend Schweizer Stiftungen - darunter die NWO-Stiftung Belcampo - 2013 gegründet worden ist. Details zur Tagung und zur Anmeldungen folgen im Sommer.

060214 nwo

Vom Eigentum zur Nutzung

"Haben und Sein" lautet der Titel einer Gesellschaftanalyse von Erich Fromm. Und die Problematik bleibt nicht nur aktuell, sie verschärft sich durch die akkumulativen und zerstörerischen Kräfte des weltbeherrschenden Kapitalismus. Immer deutlicher sehen immer mehr Menschen ein, dass es nicht damit getan ist, den Banken und ein paar Topmanagern strengere Regeln aufzuerlegen. Vielmehr ist die Zeit gekommen, dem grenzelenlosen Raffen ein Ende zu setzen durch neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Grundlagen zu schaffen.
Heinz Girschweiler, Präsident der NWO-Stiftung Belcampo, hat zum Thema einen Artikel in der Dezember-Nummer 2013 der ®evolution veröffentlicht.
(PDF 294 KB)

290114 nwo

NWO-Stiftung Belcampo: Gründungsmitglied Ernst Weber gestorben

Im Alters- und Pflegezentrum Thayngen ist am 5. Januar Ernst Weber in seinem 91. Lebensjahr entschlafen. Der Verstorbene war 1986 Gründungsmitglied der NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung und bestimmte deren Geschicke während zweier voller Jahrzehnte mit. Ernst Weber wurde in eine freiwirtschaftlich geprägte Gewerblerfamilie hineingeboren. Er übernahm das elterlich Modegeschäft im Zentrum von Thayngen und führte es zusammen mit seiner Gattin Alice über Jahrzehnte. Er war Gewerbevereinspräsident in seinem Dorf, was ihn aber nicht davon abhielt, sich ein Leben lang für eine gerechte Wirtschaftsordnung einzusetzen. Er führte die Liberalsozialistische Partei der Schweiz (LSPS) in den 1970er- und 1980er-Jahren währen über eines Jahrzehnts als umsichtiger Präsident. Zuvor hatte er während einiger Jahre auch die Parteizeitung evolution redigiert. Ernst Weber war ein besonnener Mann, der Zielstrebigkeit und Einsatz für das Gemeinwohl mit seinem ausgleichenden Wesen verband.
Abschiedsworte von Heinz Girschweiler, NWO-Stiftung Belcampo (PDF 32.5 KB)

170114 nwo

2300 Franken pro Quadratmeter

Die Stadt Zürich kann zum ersten Mal seit langem ein grösseres Areal auf Stadtgebiet erwerben. 70 Millionen Franken zahlt sie der UBS für das Koch-Areal in Altstetten. Das ergibt bei 30 000 Quadratmeter Fläche einen Preis von 2300 Franken pro Quadratmeter. Das sei ein "fairer Preis", loben die Vertragsparteien das Verhandlungsergebnis. Der Stadtrat hat - weil die Grossbank auf einen raschen Verkauf drängte - von einer Dringlichkeitsklausel in der Gemeindeordnung Gebrauch gemacht und ohne Mitbestimmung des Parlaments über den Kauf entschieden. Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) war vom Angebot überrascht und sieht darin eine grosse Chance. Die Stadt will auf dem Areal gemeinnützige Wohnungen, ein Gewerbehhaus und einen Park verwirklichen.

221213 nwo

Zweiter Anlauf für Basler Bodeninitiative

Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt hat es mit dem denkbar knappen Ergebnis von 47:46 Stimmen abgelehnt, der kantonalen Volksinitiative "Boden behalten, Basel gestalten" einen Gegenvorschlag gegenüberzustellen. Der Regierungsrat hatte diesen vorgelegt, und die Initianten hatten signalisiert, ihre Initiative zugunsten des Gegenvorschlags zurückzuziehen. Das Initiativkomitee hat unmittelbar nach dem hart umstrittenen Entscheid im Parlament entschieden, seine Initiative zurückzuziehen. Gleichzeitig hat es beschlossen, sofort einen neuen Anlauf in der kantonalen Bodenpolitik zu nehmen. Die Initianten werden demnächst mit der Unterschriftensammlung für eine neue Initiative starten. Sie entspricht präzis dem jetzt knapp gescheiterten Gegenvorschlag zu ihrer ersten Initiative. Ziel des Begeherens ist es, dass der Kanton Basel-Stadt keinen Boden mehr verkauft, sondern diesen im Baurecht abgibt, wenn er ihn nicht für öffentliche Bedürfnisse selber benötigt. (nwo)

221213 hgi

Schaffhauser Landverkaufsreferendum gescheitert

Die Stimmberechtigten der Stadt Schaffhausen haben den Stadtrat ermächtigt, Verkaufsverhandlungen für das Baurechtsgrundstück Artilleriestrasse aufzunehmen. Sie haben eine Referendum von AL und Juso gegen den Verkauf mit 6724 zu 6177 Stimmen abgelehnt. Der Stadtrat will die Parzelle nun den Stockwerkeigentümern zum Kauf anbieten. Auf dem Grundstück stehen seit 2004 vier Mehrfamilienhäuser mit 27 Wohnungen. Immerhin will der Stadtrat mit einem allfälligen Verkaufserlös nicht einfach die Stadtkasse aufbessern, sondern ihn in den Landerwerbskredit einlegen. Dies, um Landkäufe für qualiativ guten, preisgünstigen Wohnungsbau zu tätigen und die Ansiedlung von Arbeitsstätten zu fördern. Nach ihrem Erfolg bei der Referendumgsabstimmung im Juni sind Juso und AL diesmal mit ihrem Widerstand gegen die Landverkaufspolitik der Stadt gescheitert. Immerhin brachten sie 47,8 Prozent der Stimmenden hinter sich.

271113 hgi

Friedrich-Salzmann-Biografie erschienen

23 Jahre nach seinem Tod hat der Berner Freiwirtschafter Friedrich Salzmann (1915-1990) ein verdientes literarisches Denkmal erhalten. Der Aargauer Historiker Andreas Müller (Gontenschwil) hat unter dem Titel "Friedrich Salzmann - Journalist, Radiomoderator, Schriftsteller, Nationalrat" eine Biografie seines ehemaligen Sitznachbarn im Nationalrat veröffentlicht. Müller schreibt, dies sei eine Art Akt der Wiedergutmachung, indem er sich vorhält, den Kontakt zu Salzmann in dessen letzten, von scherer Krankheit geprägten Lebensjahren, nicht mehr gepflegt zu haben. Der Autor breitet die ganze Fülle des Schaffens Friedrich Salzmanns vor dem Leser aus. Schon durch sein Elternhaus mit der Freiwirtschaft in Berührung gekommen, blieb er deren Grundsätzen und Forderungen ein Leben lang treu. Dies nicht als unbelehrbarer Eiferer, sondern stets neue Entwicklungen und Erkenntnisse im Auge behaltend. Salzmann arbeitete als Journalist, als Redaktor, dann als Ressortleiter Inland beim Schweizer Radio, als gewiefter und feinsinniger Moderator von Diskussionssendungen. Höhepunkt seines politischen Schaffens waren die sieben Jahre im Nationalrat von 1971 bis 1978. Leuttürme in Salzmanns schriftstellerischem Werk sind "Bürger für die Gesetze" (1949), "Jenseits der Interessenpolitik" (1953), "Mit der Freiheit leben" (1961) und - als eigentliches geistiges Vermächtnis - "Gedanken zu einer lebenswerten Zukunft" (1985). Müllers Buch ist eine faktenreiche, liebevolle Darstellung des scharfsinnigen und gleichzeitig feinfühligen philosophischen Politmenschen. Wo er es für richtig hält, markiert der Autor auch eine kritische Distanz zu Salzmanns Ideen - so explizit bei der Beurteilung der Staatsschule. Ein lesenswertes, bereicherndes Buch.

Andreas Müller "Friedrich Salzmann - Journalist, Radiomoderator, Schriftsteller, Nationalrat". Piazzetta Verlag, 5734 Reinach. ISBN 978-3-9523469-8-3.

031113 nwo

Ruth Binde - ein Leben für die Literatur

Der Berner Kulturjournalist Alexander Sury hat in Zusammenarbeit mit Ruth Binde (*1932) ein Lebensbild dieser ausserordentlichen Frau verfasst. Die Tochter des Berner Freiwirtschafters Fritz Schwarz träumte in jungen Jahren vom Theater. Sie machte eine Buchhändlerlehre, arbeitete im Pestallozzi-Fellenberg-Verlag ihrer Eltern, sie zog nach England, nach Deutschland und vor allem - bleibend - nach Zürich. Sie arbeitete 15 Jahre im Diogenes-Verlag, ehe sie einen neuen Beruf erfand und sich damit selbstständig machte: Presseagentin für Literatur. Sie vertrat renommierte Verlage, Literaten und Künstler und setzte sich besonders fürs Theater ein. Und als grosses Hobby legte sie zeitlebens eine riesige Autographensammlung mit Autogrammen und Widmungen von Künstlern, die sie bewundert, an. Ruth Binde stieg im Lauf ihres langen Schaffens zu einer wichtigen Figur in der Literaturszene des deutschsprachigen Raumes auf. Und dies alles als alleinerziehnde Mutter eines Sohnes und im Einfrau-Unternehmen. Nach ihrem Rückzug aus dem Berufsleben widmete  sie sich in den letzten Jahren der Neuausgabe von Werken ihres Vaters: "Die Geschichte des Geldes in der Geschichte der Völker" (Band I und II) und "Wenn ich an meine Jugend denke". Alexander Surys Buch zeichnet diese starke Frau subtil in ihrem öffentlichen Wirken wie in ihren privaten Umständen - ein wahrer Lesegenuss.

Alexander Sury "Ruth Binde - ein Leben für die Literatur. 2013 Wörterseh Verlag, Gockhausen. Print: ISBN 978-3-03763-031-0. E-Book: ISBN 978-3-03763-538-4

031113 hgi

"Gemeingut Boden" als Infonetzwerk gegründet

Sieben Schweizer Stiftungen, die sich mit dem heutigen Bodenrecht und dessen Folgen auseinandersetzen, haben am 21. Oktober in Basel das Informationsnetzwerk "Gemeingut Boden" gegründet. Sie wollen sich künftig regelmässig austauschen und interessierten Aussenstehenden Informationen und Hilfe vermitteln. Erste gemeinsame Aktivitäten bilden die Erarbeitung eines Leitbildes, der Aufbau einer gemeinsamen Website sowie eine öffentliche Tagung zum Umgang von Städten und Gemeinden mit der Lebensgrundlage Boden. Sie soll im Spätherbst 2014 in Schaffhausen stattfinden. Gründungsmitglieder von "Gemeingut Boden" sind: Stiftung Edith Maryon (Basel), Stiftung Erde und Kultur (Pouidoux VD, i.Gr.), Stiftung Habitat (Basel), NWO-Stiftung Belcampo (Freienbach SZ), Stiftung für Nutzungseigentum an Boden (Ittigen), Stiftung Trigon (Arlesheim) und Stiftung Wunderland (Biel). Als Beobachter dabei ist die Stiftung Wohntisch (Frankfurt a.M.).

271013 hgi

Ein neues Grundstück für die NWO-Stiftung Belcampo

Die NWO-Stiftung Belcampo hat in Rüti ZH ein siebtes Grundstück übernommen. Ein 68-jähriger Sympathisant hat der Stiftung zu einem symbolischen Preis das Grundstück seines Elternhauses verkauft und mit der Stiftung einen Baurechtsvertrag über 60 Jahre abgeschlossen. Dies geschah aus der freien Erkenntnis heraus, dass der Boden nicht Spekulationsobjekt sein und eigentlich Gemeingut mit Nutzung auf Zeit sein sollte. Mit dieser neusten Übernahme hat die NWO-Stiftung Belcampo jetzt Grundeigentum in Egliswil AG, Hölstein BL, Basel, Rüti ZH und Osterburken D.

271013 nwo

Schöne Geste der Hedinger

Die Stimmberechtigten von Hedingen im Knonauer Amt haben beschlossen, drei Enwicklungshilfeorganisationen gesamthaft 110 000 Franken zukommen zu lassen. Dies als Anteil der Millioneneinnahme, welche der Gemeinde aus dem Zürcher Finanzausgleich wegen eines Super-Börsengewinns von Glencore-Chef Ivan Glasenberg zugeflossen ist. Ein Initiativkomitee hatte argumentiert, Glencore spiele in den Rohstoffländern alles andere als eine soziale Rolle. Deshalb sei es gerechtfertigt, wenn die Hedinger auf einen Teil ihres ausserordentlichen Geldsegens verzichteten.  54 Prozent der Abstimmenden waren dieser Meinung - entgegen der Empfehlung des Gemeinderats. Bemerkenswert ist die Stimmbeteiligung von 60 Prozent. Die Hedinger Spende geht ans Heks, an Helvetas und an die Arbeitsgruppe Schweiz - Kolumbien (ASK).

260913 nwo

Adliswil: Verkehrte Politlandschaft

An der Urne ist das Vorhaben des Stadtrates Adliswil gescheitert, im Gebiet Sood für 12 Millionen Franken Bauland zu kaufen. Die Befürworter des Deals wollten mit dem Grundeigentum der Stadt Einfluss auf die künftige Entwicklung des Gebiets ermöglichen. Bemerkenswert und alles andere als alltäglich: SVP, SP und FDP setzten sich gemeinsam für das Vorhaben ein, scheiterten aber an der Urne. Die Lokalpartei der Freien Wähler bekämpfte die Vorlage erfolgreich. Mit 2398 Nein gegen 2262 Ja fiel das Resultat ziemlich knapp aus.

260913 nwo

Winterthur behält Zeughauswiese

Die Winterthurer Stimmbevölkerung hat das Ansinnen des Stadtrates und der Mehrheit der politischen Parteien abgelehnt, die Zeughauswiese mit 5800 Quadratmeter Fläche für 9,8 Millionen Franken zu verkaufen. 55,9 Prozent sprachen sich in der städtischen Abstimmung gegen das Voirhaben des politische Establishments aus. Nur Grüne, Alternative, EDU und Mieterverband machten sich gegen den Verkauf stark. Was mit dem Areal künftig geschieht, ist noch nicht klar. Auf dem Grundstück und auf einer benachbarten Parzelle von 11600 Quadratmetern der Armasuisse hätte ein Investor Wohnraum für gehobene Ansprüche erstellen wollen. Unterstützt wurde das Vorhaben des Stadtrates übrigens auch von der dominierenden politischen Kraft Winterthurs, der SP...

260913 nwo

Wetziker Ausverkaufspolitik gebremst

Grosser Erfolg für die Grünliberalen in Wetzikon. Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 16 Stimmen ist an der Urne ihre Landinitiative mit 2757 zu 2743 Stimmen gutgeheissen worden. Das bedeutet, dass die Verkaufskompetenz des künftige Stadtrates für Landgeschäfte beschnitten wird. Statt 1,5 Millionen beträgt sie noch 500 000 Franken. Grundstücksverkäufe von höherem Wert muss er künftig vom Parlament und allenfalls den Stimmbürgern absegnen lassen. Die grösste Zürcher Gemeinde ohne Parlament führt im kommenden Jahr ein solches ein. Der Gemeinderat hatte die Initiative der Grünliberalen zunächst für ungültig erklärt, war vom Bezirksrat aber zurückgepfiffen worden. Bemerkenswert an der Wetziker Initiative ist, dass sie von den Grünliberalen stammt, die sonst nicht für Beschränkungen des freien Handels bekannt sind. Der Wetziker Ortsgruppe geht aber die Ausverkaufspolitik der Exekutive zu weit. In den letzten Jahren hat die Stadt laufend Grundstücke und Liegenschaften verkauft, und dies in einem Zeitpunkt starker Expansion und wichtiger planerischer Entscheidungen. Von der NWO-Stiftung Belcampo haben sich die Wetziker Grünliberalen für ihre Initiative und deren Erfolg ein kräftiges BRAVO verdient.

260913 nwo

Schaffhauser lehnen Landverkauf ab

Die Stimmberechtigten der Stadt Schaffhausen haben den Verkauf eines Grundstücks von 6000 Quadratmetern im Hohberg abgelehnt. Stadtrat und Parlamentsmehrheit wollten das Grundstück für mindestens 2,3 Millionen Franken an einen privaten Investor verkaufen. Dieser sollte darauf "qualitativ guten" Wohnraum schaffen. Gegen diese Pläne ergriffen die Alternative Liste sowie die Juso das Referendum. Ohne Unterstützung durch weitere Parteien gelang ihnen ein sensationeller Erfolg: 50,5 Prozent der Stimmenden lehnten den Verkauf ab. Beflügelt durch den Abstimmungserfolg, wollen die AL ihren Widerstand gegen die Ausverkaufspolitik des Stadtrates verstärken. Bereits haben sie weitere Referenden gegen Landverkäue angekündigt. Sie wollen die Bodenpolitik in den kommenden Monaten und Jahren zu einem Schwerpunkt ihrer politischen Tätigkeit machen.

260913 nwo

Der Stiftungsrat verstärkt sich personell

Seit dere Fusion der beiden Vorgängerstiftungen per Anfang 2011 zählt der NWO-Belcampo-Stiftungsrat gemäss Statut 5-12 Mitglieder. Um seine Basis zu verbreitern und im Sinne der Zukunftssicherung hat der Stiftungsrat zwei Zuwahlen vorgenommen. Neu gehören dem Stiftungsrat die pensionierte Berner Schulleiterin Franziska Manz-Ott als Sekretärin und Marlen Karlen, Uesslingen TG, als zusätzliches Mitglied an. Marlen Karlen ist unter anderem als Biowinzerin, im Bildungsbereich und in ökologisch-künstlerischen Projekten tätig. Somit gehören dem Stiftungsrat aktuell 3 Frauen und 7 Männer an. Eine weitere Kandidatin beschnuppert in nächster Zeit den Stiftungsrat. Mit diesen Mutationen rückt der Stiftungsrat seinem Ziel deutlich näher, in Bodenrechts- und Eigentumsfragen - traditionell eine Macht- und damit Männerdomäne - auch die Sichtweise von Frauen stärker einzubeziehen.

070813 nwo

NWO-Stiftung Belcampo unterstützt Biogetreidezüchtung

Der Stiftungsrat der NWO-Stiftung Belcampo hat beschlossen, die Stiftung Fonds für Kulturpflanzenentwicklung in Hombrechtikon mit 10 000 Franken zu unterstützen. Der Beitrag ist zweckgebunden für das Bauvorhaben, das dem Betrieb der Getreidezüchtung Peter Kunz geeignete Räumlichkeiten bescheren soll. Weil heute die Arbeitsplätze und die Saatgutflächen geografisch weit auseinanderliegen, resultieren komplizierte Arbeitsabläufe. Auch behindern die bisher in Hombrechtikon eine effiziente Arbeitsweise. Die Stiftung plant, in Feldbach unmittelbar bei den Versuchsfeldern eine alte Scheune für ihre Bedürfnisse umzbauen. Für das denkmalgeschützte Gebäude erhält sie einen langfristigen Mietvertrag. Der Umbau der Scheune soll im kommenden Winter stattfinden. Mit ihrem Beitrag würdigt die NWO-Stiftung Belcampo die fast 30-jährig Aufbauarbeit des privaten Getreidezuchtbetriebes und dessen Beitrag zur Artenvielfalt bei den Getreidesorten. Mit grossem Erfolg und wachsender Anerkennung bietet die Getreidezüchtung Peter Kunz mit weiteren Schweizer Initiativen eine wichtige Gegenkraft zur Abhängigkeit ökologisch gesinnter Landwirte von den weltweit agierenden Agrarmultis. Mit ihrer Unterstützung verbindet die NWO-Stiftung Belcampo die Hoffnung, dass sich die verschiedenen Akteure in diesem Bereich zu einer starken Kraft verbinden und dass auch die schweizerische Landwirtschaftspolitik den Biogetreidezüchtern die verdiente Unterstützung nicht länger vorenthält.

070813 nwo

Bodenstiftungen spannen zusammen

Geglücktes Auftakttreffen von sechs Schweizer Bodenstiftungen am 26. März in Basel. Die interne Aussprache der Stiftungsräte hat eine grosse Übereinstimmung im Grundsatz gezeigt, dass Boden nicht als Spekulationsobjekt, sondern als Gemeingut taugt. Obwohl die Stiftungen in ihrer praktischen Tätigkeit unterschiedliche Ziele und Projekte verfolgen, sind sie übereingekommen, eine dauerhafte Zusammenarbeit zu suchen mit dem Ziel, die bodenreformerische Basis in der Schweiz zu verbreitern. Als erste Projekte werden Szenarien  für eine gemeinsame Internetplattform entwickelt sowie eine gemeinsame öffentliche Tagung mit bodenpolitischer Stossrichtung vorbereitet. Im Herbst wollen sich die Stiftungsräte erneut treffen. An das interne Treffen der Stiftungsräte schloss sich am Abend ein öffentliches Podiumsgespräch im Unternehmen Basel Mitte an. Es war mit mehr als 50 Interessierten gut besucht. Eine Vertreterin der kantonalen Initiative "Boden behalten, Basel gestalten" informierte über den aktuellen Stand der politischen Beratung der Initiative sowie des Gegenvorschlags der Regierung. Anschliessend stellten sechs Stiftungsvertreter ihre Institutionen vor und beantworteten Fragen des Publikums.

010413 nwo

Boden nutzen statt besitzen - Podiumsgespräch in Basel

Auf Dienstag, 26. März, 18.30 Uhr, lädt das Basler Initiativkomitee "Boden behalten - Basel gestalten" zu einem öffentlichen Podiumsgespräch im Unternehmen Basel Mitte an der Gerbergasse 30 im Herzen der Altstadt. Dabei werden Vertreter von sechs Schweizer Bodenstiftungen unter der Leitung des Journalisten Patrick Tschudin sich vorstellen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Ziel von mehr Gemeinsinn im Grundeigentum erörtern.

Diskutieren werden John Ermel (Stiftung Trigon), Matthias Wiesmann (Stiftung für Nutzungseigentum am Boden), Ulrich Kriese (Stiftung Edith Maryon), Uwe Burka (Stiftung Erde und Kultur), Klaus Hubmann (Stiftung Habitat) und Heinz Girschweiler (NWO-Stiftung Belcampo).

Das Publikum wird in die Diskussion einbezogen. Anschliessend an das Podiumsgespräch besteht ab 20 Uhr Gelegenheit zum weiteren Austausch bei einem offerierten Apéro.

120313 nwo

Vollenwyders gutes Gewissen

Der scheidende Stadtzürcher Finanzvorsteher Martin Vollenwyder (FDP) hat von einer Immobilienfirma für die Stadt ein Grundstück erworben. Gut 3000 Quadratmeter sind es, am Röntgenplatz im Kreis 5 gelegen. Die Stadt will mit dem Kauf das Areal für ein mögliches neues Zürcher Kongresszentrum arrondieren. So weit so gut: Eine städtische Exekutive erwirbt Boden, um darauf ein Werk im Dienste der Öffentlichkeit zu verwirklichen. Was an der Sache störend ist, ist die Geheimniskrämerei um den Kaufpreis. Weil der Stadtrat sich auf einen Dringlichkeitsparagrafen beruft, kann er - ganz im Interesse des Verkäufers - den Preis unter Verschluss halten. Er habe ein "gutes Gewissen" beim Preis, sagte Vollenwyder dem "Tages-Anzeiger". Der Kaufpreis dürfte in zweistelliger Millionenhöhe liegen. Warum nur, fragen wir uns, muss denn der Kaufpreis geheim bleiben? Schämt sich da doch irgendwer, von den Steuerzahlern eine hohe Summe einzustreichen? Wer mit der öffentlichen Hand Geschäfte abschliesst, hat zu gewärtigen, dass Zahlen publik werden. Und der Zürcher Stadtrat wäre gehalten, seinen Stimmbürgern zu sagen, wofür er wie viel Geld ausgibt, wo es um Millionenbeträge geht. Aber eigentlich verrät die Geheimniskrämerei nur eines: Den Akteuren ist nicht ganz wohl beim Handel mit Boden. Weil sie ganz tief in ihrem Innersten fühlen, dass sich dabei wenige auf Kosten vieler ungerechtfertigterweisde bereichern. Das Unbehagen der Kapitalisten in ihrem System schimmert da durch. Für unsere Stiftung ergibt sich aus solchen Vorgängen eine klare Forderung: Eine eidgenössische Statistik über die Verteilung des Grundeigentums ist nötig, eine umfassende Bodenpreisstatistik ebenfalls. Auf dass klar wird, wer wo wie viel abkassiert und wer dafür bezahlt.

271212 nwo

Stadtrat Dübendorf besinnt sich um

Erfreuliches bodenpolitisches Erwachen in der Stadt Dübendorf. Noch vor fünf Jahren verkaufte die Stadt ein zentral am Bahnhof gelegenes Grundstück zur privaten Überbauung. Jetzt aber will der Stadtrat auf das bewährte kommunalpolitische Modell der Landvergabe auf Zeit wechseln. Kurz hintereinander hat er bekannt gegeben, dass er sowohl ein grosses städtisches Grundstück beim Bahnhof Stettbach am Zürcher Stadtrand als auch eines auf dem Leepüntareal im Stadtzentrum im Baurecht auf Zeit abgeben will. Er will so den öffentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt auf lange Sicht stärken und kommenden Generationen die Möglichkeit bieten, wieder neu über die zweckmässige Nutzung der Areale bestimmen zu können. Der Stiftungsrat der NWO-Stiftung Belcampo hat dem Stadtrat von Dübendorf zu diesem zukunftsweisenden Schritt gratuliert und ihm für die kommende politische Ausmarchung viel Erfog gewünscht.

261112 nwo

Eine Schweizer Stiftung will ihren Beitrag zu mehr Gemeinsinn im Bodeneigentum leisten

Referat an der Jahrestagung der Zeitschrift "Humane Wirtschaft" vom 1.-4. November 2012, in der Silvio-Gesell-Tagungsstätte Wuppertal. Gehalten von Heinz Girschweiler, Präsident der NWO-Stiftung Belcampo.

Referat PDF (80 KB)

141112 nwo

Eigentum und Freiheit
     Tagungsbroschüre erschienen

Zur Tagung "Eigentum und Freiheit" vom 28. Januar 2012 in Bern ist die Tagungsbroschüre erschienen. Sie kann ab sofort auf dem Sekretariat der NWO-Stiftung Belcampo bezogen werden. Die Schrift von 88 Seiten Umfang enthält neben einer Einführung die sechs Impulsreferate, Voten aus der Podiumsdiskussion, Gedanken der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Gesprächskreisen, eine Literatur- und eine Adressliste sowie ein Kurzporträt der Veranstalterin, der NWO-Stiftung Belcampo. Die Schrift ist auch für Interessierte geeignet, die nicht an der Tagung teilgenommen haben.
Aus dem Inhalt: Das persönliche Eigentum vierdiene einen wirksamen Schutz, argumentieren die beiden emeritierten St. Galler Professoren Peter Ulrich und Philippe Mastronardi. Sie plädieren deshalb für ein breit gestreutes persönliches Eigentum, das verfassungsmässig geschützt ist. Es soll der persönlichen Freiheit und Sicherheit dienen und umfangmässig beschränkt sein. Udo Herrmannstorfer und Ernst Waldemar Weber wählen einen qualitativen Ansatz für ihre Eigentumsreformvorschläge. Sie wollen natürliche Ressourcen wie Boden, Wasser, Luft und Bodenschätze dem persönlichen Eigentum entziehen undd der Verwaltung durch die Gemeinschaft übertragen. Private sollen die Ressouren gegen Entgelt auf Zeit nutzen können. Handel und Spekulation mit ihnen sollen nicht mehr möglich sein. Raimund Rodewald von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz stellt fest, dass die Raumplanung unter dem geltenden Eigentumsregime in den letzten Jahrzehnten ein zahnloser Tiger geblieben ist. Die Eingriffsmöglichkeiten der Gemeinschaft ins private Eigentum müssten verstärkt werden, wenn nicht das ganze Land zersiedelt werden solle. Einen Kontrapunkt zu den Eigentumsreformern setzt der Basler Philosoph Alexander Dill. Eigentum mache eben gerade nicht frei, sondern abhängig, schreibt er. Eine egalitäre Eigentumsverteilung sei deshalb nicht erstrebenswert. Er setzt seine Hoffnung auf den Gemeinsinn der Habenden. Mehr und mehr würden sie ihre Reichtümer auf freiwilliger Basis mit anderen teilen, hat er beobachtet. Die Broschüre regt zum Überdenken der heutigen Eigentumsordnung an. Ihre Urheber hoffen, sie trage dazu bei, die Diskussion um eine sinnvolle Neuregelung der Eigentumsverhältnisse in Gang zu bringen.

Die Broschüre ist für 10 Franken (inklusive Versandkosten) erhältlich beim Sekretariat NWO-Stiftung Belcampo, Räbacher 2, 8143 Stallikon oder via info@nwo-belcampo.ch

180712 nwo

Die Broschüre können Sie auch als PDF hier einsehen und herunterladen. Bitte ignorieren Sie die Leerseiten. Diese ergeben sich aus der Druckversion.
Viel Spass beim Nachlesen.
NWO-Tagungsbroschüre, 28. Januar 2012 in Bern PDF (2 MB)

141112 nwo

Boden behalten - Basel gestalten
     Volksinitiative zustandegekommen

Eine grossartige Nachricht für Bodenreformer kommt aus der Stadt Basel. Ein breites Bündnis von politischen Parteien, Stiftungen und Genossenschaften hat unter dem Titel "Boden behalten - Basel gestalten" im letzten Herbst eine kantonale Volksinitiative lanciert. Ihr Ziel ist es, den Kanton zu verpflichten, seine Grundstücke nicht mehr zu verkaufen, sondern prinzipiell zur Nutzung im Baurecht abzugeben, wo kein Eigenbedarf besteht. Die Initianten erhoffen sich davon eine beruhigende Wirkung auf den Bodenmarkt und verbesserte planerische Einflussmöglichkeiten der Gemeinschaft. Nach nur halbjähriger Sammlung sind die nötigen 3000 Unterschriften gesammelt, und die Baslerinnen und Basler werden sich an der Urne zu dieser bedeutungsvollen Grundsatzfrage äussern können. Die NWO-Stiftung Belcampo hat dem Komitee einen Unterstützungsbeitrag zukommen lassen und in Aussicht gestellt, an die Kosten des Abstimmungskampfes wenn möglich einen weiteren Beitrag zu leisten.

180712 nwo

Eigentum und Freiheit
          Eine Tagung für kritische Geister

Die Veranstaltung vom 28. Januar 2012 stiess auf grosses Interesse und wurde rege besucht. Die Teilnehmer tauschen sich intensiv während und nach den Workshops aus.

Täglich führen uns die Schlagzeilen in den Medien vor Augen, in welche Sackgasse sich die sogenannt freie Wirtschaft verrannt hat. Mit Symptombekämpfung allein ist es nicht mehr getan. Jetzt müssen unsere Ordnungen und Normen grundsätzlich zur Diskussion gestellt werden. Die Tagung unserer Stiftung will Denkanstösse für eine neue Eigentumsordnung vermitteln. Fünf namhafte Referenten präsentierten in Workshops ihre Konzepte und Vorschläge. Und eine grosse Schar offener Menschen trat dazu in einen Dialog.

081111 nwo

Zeit für eine andere Welt

Peter Sutter, Oberstufenlehrer in Buchs SG, hat ein wichtiges Buch geschrieben: "Zeit für eine andere Welt - Warum der Kapitalismus keine Zukunft hat" lautet sein Titel. Auf mehr als 200 Seiten breitet er eine fundamentalie Kapitalismuskritik aus. Der Autor zeigt auf, welch verheerenden Einfluss die auf unserer Welt anscheinend allein seeligmachende Wirtschaftsordnung auf die Entwicklung der Menschheit hat: Die Gräben zwischen den Ärmsten und den Reichsten werden breiter und tiefer, die Ressourcen von Mensch und Natur werden verschleudert, das Geld fliesst dorthin, wo es keinen Nutzen bringt. Und läuft einmal etwas schief, dann sind noch die Untersten auf der Sozialpyramide daran schuld. Peter Sutter lässt es nicht bei seiner scharfen und mit vielen Zitaten wichtiger Akteure aus den Medien belegten Kritik bewenden. Im letzten Teil des Buches skizziert er eine hoffungsvollere Zukunft. Er ruft alle unverbrauchten und unverbandelten Menschen guten Willens dazu auf, das Gespräch miteinander aufzunehmen um die Ziele einer neuen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung zu formulieren und dann erste Schritte zu unternehmen. Peter Sutter ist - trotz der aktuellen Lage - optimistisch. Die Menschen guten Willens könnten erste Schritte auf einem Dritten Weg gehen, der in eine hoffnungsvollere Zukunft weist. Er soll - so Sutter - sozialverträglich, globalverträglich und zukunftsverträglich sein. Wohltuend an Sutters Werk ist, dass er nicht Sündenböcke für die Misere sucht: Nicht überbordende Banker, gierige Spekulanten oder unfähige Politiker sind das Grundproblem, sondern das System Kapitalismus, in dem wir alle gefangen sind und das einige bis zur Neige auskosten. Das Buch ist allen, die sich auf diesen Dritten Weg machen wollen, wärmstens empfohlen.
Peter Sutter: "Zeit für eine andere Welt. Warum der Kapitalismus keine Zukunft hat". Verlag Books on Demand GmbH, Nordersteedt D, ca. 25 Fr. ISBN: 978-3-842-35998-7 

071111 nwo

Werner Rosenberger gestorben

Werner Rosenberger, Gründungsmitglied unserer Stiftung, ist am 23. August 2011 an seinem Alterswohnsitz in Ammerswil AG gestorben. Werner Rosenberger kam schon in jungen Jahren mit der Freiwirtschaft in Kontakt und blieb deren Grundeinsichten ein Leben lang treu. Sein grosses Vorbild war der Zürcher Lehrer, Journalist und spätere Nationalrat Werner Schmid. Bei ihm absolvierte Rosenberger in den Kriegsjahren eines seiner Praktika als Junglehrer. Werner Rosenberger gehörte dem Zürcher Jugendparlament an. Später engagierte er sich im Vorstand der Liberalsozialistischen Partei der Schweiz (LSPS) und leitete - als Lehrer pensioniert - in den 80er- und 90er-Jahren die Inwo International. Rosenberger verfasste verschiedene Schriften zu Geld- und Bodenfragen - so "Boden nutzen statt besitzen" und die "Leitlinien 1986 der LSPS" - ihr letztes Parteiprogramm, von dem der Publizist Hans Tschäni sagte, es biete eine Fülle zukunftsträchtiger Ideen... Rosenberger war ein gefragter Referent und Experte für Baurechtsverträge, die er den Gemeinden wärmstens empfahl. Für das Gedeihen unserer Stiftung setzte er sich seit der Gründung im Jahre 1986 als Stiftungsrat bis ganz zuletzt ein.

071111 nwo

Die NWO-Stiftung Belcampo steht

Die beiden Bodenrechtsstiftung Belcampo und "NWO - für natürliche Wirtschaftsordnung" sind endlich vereint. Fast auf den Tag genau vier Jahre nach den ersten Kooperationsgesprächen hat die Aufsichtsbehörde für gesamtschweizerisch tätige Stiftungen, das Generalsekretatiat des Eidgenössichen Departementes des Innern (EDI), dem Fusionvertrag und dem neuen Statut vom 26. März dieses Jahres vorbehaltlos zugestimmt. Sobald die Fusion im Handelsregister des Kantons Schwyz eingetragen ist, ist das Fusionsprodukt mit dem Namen NWO-Stiftung Belcampo voll handlungsfähig. Die Fusion erfolgt rückwirkend auf den 1. Januar 2011. Die beiden Stiftungen haben sich zusammengeschlossen, um ihre Zukunft zu sichern und ihre Kräfte zu bündeln. Die neue Stiftung verfügt über ein Vermögen von deutlich über einer Million Franken. Hauptbestandteil sind fünf Grundstücke in Egliswil AG, Hölstein BL, in der Stadt Basel sowie in Osterburken (D). Entsprechend ihrem Credo, wonach der Boden nicht in private Hände gehört und kein Handelsgut sein sollte, vergibt die Stiftung ihre Grundstücke zur langfristigen Nutzung im Baurecht. Sie achtet dabei auf faire Verträge. Die NWO-Stiftung Belcampo will mit ihrer Tätigkeit ein Zeichen für die Gemeinden setzen, für die die Abgabe von Grundstücken im Baurecht statt durch Verkauf langfristig nur Vorteile hat. Die neue Stiftung setzt sich zum Ziel gesetzt, eine dringend gebotene Eigentumsdiskussion in der Schweiz in Gang zu bringen. Dazu veranstaltet sie am 28. Januar 2012 in Bern eine ganztägige Veranstaltung mit namhaften Referenten (siehe Artikel unten).

290611 nwo

Eigentumstagung
am 28. Januar 2012

Die NWO-Stiftung Belcampo lädt Interessierte aus der ganzen Schweiz auf Samstag, 28. Januar 2012 zu einer Eigentumstagung in Bern. Namhafte Referenten aus Wissenschaft und NGOs werden alternative Eigentumskonzeptionen zum heute überbordenden Privateigentum präsentieren und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren. Ziel des Anlasses ist es, die Bodenrechts- und Eigentumsdiskussion, welche in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz eingeschlafen ist, wieder anzustossen. Das Datum ist fix. Als Referenten zugesagt haben Dr. Alexander Dill, Institute of Commons and Economics); Philippe Mastronardi (HSG St. Gallen) und Peter Ulrich (ex HSG St.Gallen); Raimund Rodewald (Stiftung für Landschaftsschutz); Udo Herrmannsdorfer (Stiftung Wege zur Qualität), Ernst Waldemar Weber (Autor des Büchleins "Was ist mit unserem Boden?"). Veranstaltungsort und Details zur Anmeldung folgen.

190411 nwo

Stiftungen haben Fusion beschlossen

An ihren Versammlungen vom 26. März 2011 haben die Stiftungsräte Belcampo und NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung nach über zweijähriger Vorarbeit ihre Fusion beschlossen. Diese soll - die Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde in Bern vorausgesetzt - rückwirkend auf den 1. Januar 2011 in Kraft treten. Mit der Fusion schliessen sich zwei unabhängig voneinander Mitte der Achtzigerjahre entstandene Organisationen mit weitgehend übereinstimmender Zielsetzung zusammen. Gemeinsam ist ihnen insbesondere der Einsatz für eine neue Eigentumsordnung, welche das Privateigentum auf das beschränkt, was Menschen sich selber erarbeiten können. Ausgeschlossen sollte künftig das Privateigentum an natürlichen Ressourchen wie Boden, Wasser, Luft und Bodenschätzen sein. Zu diesem Zweck soll der Boden mittelfristig in öffentliches Eigentum zurückgeführt und über Nutzungsrechte zum Gebrauch auf Zeit verliehen werden. Im Sinne eines Beispiels vergibt die neue NWO-Siftung Belcampo ihre Grundstücke mittels fairer Baurechtsverträge an ihre Nutzer. Die Einnahmen aus den Nutzungsgebühren verwendet die Stiftung im Sinne ihres Stiftungszwecks. Im Zeitpunkt der Fusion ist die Stiftung Eigentümerin von Grundstücken in Hölstein BL, Egliswil AG, Basel und Osterburken (D). Faktisch ist die bisherige Stiftung Belcampo in die NWO-Stiftung integriert worden. Die bisherigen Stiftungsratsmitglieder von Belcampo wirken im erweiterten neuen Stiftungsrat mit. Er zählt aktuell neun Mitglieder.

190411 nwo

Paul Gysin zum 100. Geburtstag

Auf den Tag genau an dessen 100. Geburtstag hat die "Basler Zeitung" am 10. Januar dem Stifter unserer NWO-Stiftung einen ganzseitigen Beitrag gewidmet. Paul Gysin (1911-1993), aus einfachen familiären Verhältnissen zum Inhaber und Leiter eines Basler Gewerbebetriebes der Elektrobranche aufgestiegen, hat in jungen Jahren an einem Vortrag des grossen Berners Fritz Schwarz bei den Basler Guttemplern die Freiwirtschaft kennen gelernt. Der junge Mann war sofort Feuer und Flamme. Er leitete die Basler Ortsgruppe der Liberalsozialistischen Partei und wirkte im nationalen Parteivorstand lange Jahre als Kassier. Vor allem aber widmete sich Paul Gysin dem stattlichen freiwirtschaftlichen Schrifttum. Er begann, systematisch freiwirtschaftliche, volkswirtschaftliche und bodenreformerische Literatur zu sammeln. Den Grundstock bildete die Bibliothekt des Balser Architekten und Städtebauers Hans Bernoulli. Im Laufe der Jahrzehnte kamen mehr als 4000 Titel in der Schweizerischen Freiwirtschaftlichen Bibliothekt zusammen, dem Lebenswerk Paul Gysins. 1986 gründete Paul Gysin als Stifter zusammen mit Gesinnungsfeunden die NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung und übergab ihr seine Bibliothek zur Betreuung. 1988 konnte er als Kassier der Stiftung mit der Bibliothek des Wirtschafswissenschafltichen Zentrums (WWZ) der Uni Basel einen Depositumvertrag abschliessen. Nach Gysins Tod finanzierte seine Stiftung die professionelle Katalogisierung der Bibliothek, deren Kenbestand heute in de WWZ-Bibliothek integriert und elektronisch abrufbar ist. Uni-Bibliothek und Stiftungsrat ergänzen den mit FB gezeichneten Bestand mit aktuellen Neuerscheinungen. Jetzt hat Paul Gysins Werk posthum in der "Basler Zeitung" eine verdiente Ehrung erfahren. Die Stiftung ist - neben der Sorge um die Bibliothek - vor allem bodenrechtlich aktiv. Sie ist Eigentümerin mehrerer Grundstücke, die sie über Baurechtsverträge zur Nutzung abgibt - im Sinne eines Vorbildes für ein gemeinschaftsdiensliches  Bodenrecht.

170111 nwo

Einstiger Hoffnungsträger Bruno Gehrig

Als junger Nationalökonom war Bruno Gehrig ein Hoffnungsträger. Als aufgeschlossener Direktor der Nationalbank machte er den Anschein, als könnte er das Verständnis der Schweizer vom Geld und dessen Funktionieren in positivem Sinne weiterentwickeln. Das ist offensichtlich lange her, wie ein grosses Jahresend-Interview im "Tages-Anzeiger" vom 24. Dezember 1999 zeigt. Gealtert und offensichtlich von seiner Verwaltungsratskarriere geprägt, gibt Gehrig einen Gemeinplatz um den anderen von sich und zeigt sich als treuer Bewahrer der Interessen der Wirtschaftselite. Manager-Boni, Abzocker-Initiative? - "Es braucht keine gesetzlichen Regelungen und neuen Steuern. Ich glaube nicht, dass staatlicher Zwang nötig ist." Zuverlässigkeit des Finanzmarktes? "Die Nachfrage nach Geld hat weltweit tatsächlich enorm zugenommen... Der Finanzmarkt hat sich eben auch überraschend entwickelt." Filz in den grossen Schweizer Verwaltungsräten, wo wenige Mitglieder übers Kreuz in verschiedenen Topgremien sitzen? - "Nein, Filz ist das nicht." Sollte der Flughafen Zürich ausgebaut werden? - "...deshalb muss eine Parallelpiste eine Option sein für die Zukunft - genauso wie eine Verlängerung der Pisten 28 und 32. Zu Spitzenzeiten während des Tages sollten zudem auch Abflüge Richtung Süden geradeaus möglich sein.... Moderates Wachstum muss möglich sein." Und so weiter, und so fort. Wachstum über alles, und möglichst keine keine politischen Leitplanken für die Wirtschaft. Das ist die heutige Botschaft des Präsidenten der nationalen Fluggesellschaft, Vizepräsident von Roche und VR-Mitglied der UBS. Nein, Neues ist da nicht mehr zu erwarten. Und eben: Der einstige Nationalbankdirektor ist offensichtlich erstaunt, dass das Finanzsystem von Zeit zu Zeit kollabiert...

261210 nwo

Nicht Obama, sondern der Kapitalismus ist das Problem

Die grossen Erwartungen, mit denen Obamas Wahl zum US-Präsidenten verbunden waren, sowie die zunehmende Enttäuschung darüber, wie wenig es Obama bisher gelungen ist, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen, zeigen, wie naiv und blauäugig die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande offensichtlich immer noch ist. Denn das eigentliche Grundproblem ist nicht Obama, sondern der Kapitalismus, dieses absurde, von inneren Widerspruüchen nur so strotzende und in seinen Grundprinzipien - Ausbeutung von Mensch und Natur, endloses Wachstum, soziale Umverteilung und Polarisierung - letzlich auf Zerstörung ausgerichtete Wirtschaftssystem. Solange nicht dieses System als Ganzes einer radikalen Erneuerung unterzogen wird, kann sich auch der beste, fähigste und intelligenteste US-Präsident alle Beine aus dem Leib strampeln - die Probleme, die er am einen Ort zu lösen scheint, werden an anderen Orten nur umso drastischer zutage treten. Statt sich weiterhin in der Illusion zu wiegen, innerhalb des Kapitalismus wäre eine weltweit friedliche und gerechte Gesellschaftsordnung zu verwirklichen, sollten wir endlich den Mut haben, uns einzugestehen, dass der Kapitalismus genauso gescheiteret ist wie der Kommunismus und dass es allerhöchste Zeig gewordn ist, den Aufbau einer von Grund auf neuen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in Angriff zu nehmen.

Leserbrief von Peter Sutter, Buchs SG, im "Tages-Anzeiger", siehe auch: www.anderewelt.ch

Wer ist ewiggestrig?

Betrachten wir die katastrophalen weltweiten Folgen des kapitalistischen Wirtschaftssystems von der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich bis zum klobal drohenden Umweltkollaps, so kann es gar nichts Besseres geben als eine Partei, welche die Überwindung des Kapitalismus zum Ziel hat. Ewiggestrig sind nicht die, welche den Kapitalismus überwinden wollen, sondern die, welche wider alle Vernunft an ihm festhalten wollen.

Leserbrief von Peter Sutter, Buchs SG, im "Tages-Anzeiger" zum neuen SP-Parteiprogramm

Guthaben und Schulden

Der Artikel "Die Reichen unter der Lupe" ist sehr aufschlussreich, klärt vieles. Nur eine wichtige Frage fehlt: Woher kommt der Ertrag und damit der Zuwachs der Vermögen? Sich automatisch vermehrendes Vermögen gibt es nicht. Selbst Leohard Burkhardt wundert sich darüber, dass sich sein Vermögen ohne eigenes Zutun vermehrt, findet es "irgendwie ungerecht". Die Guthaben der einen sind die Schulden der anderen. Und Schuldzinsen, Dividenden, Gewinne sind Bestandteil der Kosten beziehungsweise der Preise der Produkte, welche gehandelt, verkauft werden. Das heisst, dass der Vermögensertrag der 3 Prozent Steuerpflichtigen, welche die Hälfte des Vermögens besitzen, von den 97 Prozent anderen bezahlt wird. Dass immer mehr Menschen dies "irgendwie ungerecht" finden, ist verständlich und hat mit Neid nichts zu tun.

Leserbrief von Othmar Metzger, Stallikon, in der NZZ am Sonntag vom 7.11.2010

Was ist mit unserm Boden?

Ernst Waldemar Weber, ein Berner Musikpädagoge mit reicher Lebenserfahrung, legt eine gut 60-seitige Schrift zur Bodenrechtsfrage vor. Die Titelseite zeigt das Albert-Anker-Bild Zinstag. Ein Bauer zählt seinem Grundherrn in dessen Kontor die sauer verdienten Münzen auf den Tisch - eine Szene, wie sie von Fritz Schwarz in seinen Jugenderinnerungen eindrücklich beschrieben worden ist. Weber klärt den Eigentumsbegriff, weist auf die Sonderfälle Boden und Geistiges Eigentum hin, zeichnet die Entwicklung des Schweizer Bodenmarktes nach und plädiert eindringlich für den Boden als Gemeingut. Der Autor geht weit in die Geschichte zurück und beschreibt die fatale Entwicklung der privaten Bodenbesitznahme. Er referiert die wichtigsten Reformmodelle, geht auf die bodenpolitschen Vorstösse in der Schweiz von der Jungbauerninitiative bis zur Leidensgeschichte der Motion Ruffy für eine Bodenpreis-Statistik ein. Er weitet dann den Blick auf die Krise des Kapitalismus und die Tendenzen zu einem neuen Bodenkolonialismus durch Multis in der Dritten Welt. Eindringlich fordert Ernst Waldemar Weber zum Schluss die Wiederaufnahme der eingeschlafenen bodenpolitischen Diskussion in der Schweiz. Es soll nach Meinung des Autors eine Diskussion ohne Denkverbote werden. Die eingängig geschriebene Broschüre ist wachen Köpfen sehr zu empfehlen.

Sie kann beim Eigenverlag des Autors, verlag ceterum censeo. Haldenau 20, 3074 Muri, bezogen werden.

151010 nwo

Kaptialismus in Gefahr

Die Verunsicherung bei den Verfechtern des bisherigen Weltwirtschaftssystems ist gross. "Kapitalistisches System in Gefahr" - so liess sich Natioanlbank-Präsident Philipp Hildebrand in der SonntagsZeitung vom 31. Januar 2010 zitieren. Und in der gleichen Zeitung sagt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, "die Politik muss sich gegen die Banken durchsetzen". Da dämmert offensichtlich einigen einiges. Doch besteht einmal mehr die Gefahr, dass man in populistischer Art nach Sündenböcken sucht und sie findet. Dabei sind die horrenden Boni für zweifelhafte Leistungen von Bankmanagern und all die virtuellen Fantasieprodukte, mit denen Kapitalisten von den Bankinstituten gelockt werden, lediglich Ausdruck der Systemlüge. Und die deckt bisher kaum jemand auf. Die grosse kapitalistische Lüge besteht darin, den Grosskapitalisten wie der kleinen Frau und dem kleinen Mann von der Strasse zu suggerieren, Geld arbeite. Geld arbeitet nie und es vermehrt sich nicht von selbst. Immer sind es Menschen, die für den Reichtum anderer Menschen den Rücken krumm machen, es ist die Gesellschaft, die Leistungen erbringt oder es ist die Natur, die geschändet statt verantwortungsvoll genutzt wird. Was der Grosse zu gigantischen Geldbergen anhäuft, fehlt Millionen von Kleinen für das Lebensnotwendigste. Was Not tut, ist diese Einsicht. Erst sie ermöglicht es, eine Geld- und Wirtschaftsordnung jenseits des Kapitalismus aufzubauen, welche von realistischen Voraussetzungen ausgeht: Jede Gesellschaft braucht ein gewisses Mass an Egalität, um nicht auseinander zu brechen, und kein Baum wächst in den Himmel. Folglich müssen Mechanismen entwickelt werden, welche die ungleiche Verteilung der Güter eindämmen. Und eine Wirtschaft der Zukunft darf Mensch und Lebensgrundlagen nicht mehr dermassen überfordern, wie es der Zinseszins-Kapitalismus mit seinen exponentiellen Umsatz- und Gewinnzwängen seit langer Zeit tut. In diesem Sinne ist der Kapitalismus - hoffentlich - endlich in Gefahr. Die grosse Mehrheit der Verlierer unter seinem Regime wird ihm - wenn ihnen denn die Augen wirklich aufgehen - keine Träne nachweinen.

060210nwo

Kaptialismus in Gefahr

Die Verunsicherung bei den Verfechtern des bisherigen Weltwirtschaftssystems ist gross. "Kapitalistisches System in Gefahr" - so liess sich Natioanlbank-Präsident Philipp Hildebrand in der SonntagZeitung vom 31. Januar zitieren. Und in der gleichen Zeitung sagt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, "die Politik muss sich gegen die Banken durchsetzen". Da dämmert offensichtlich einigen einiges. Doch besteht einmal mehr die Gefahr, dass man in populistischer Art nach Sündenböcken sucht und sie findet. Dabei sind die horrenden Boni für zweifelhafte Leistungen von Bankmanagern und all die virtuellen Fantasieprodukte, mit denen Kapitalisten von den Bankinstituten gelockt werden, lediglich Ausdruck der Systemlüge. Und die deckt bisher kaum jemand auf. Die grosse kapitalistische Lüge besteht darin, den Grosskapitalisten wie der kleinen Frau und dem kleinen Mann von der Strasse zu suggerieren, Geld arbeite. Geld arbeitet nie und es vermehrt sich nicht von selbst. Immer sind es Menschen, die für den Reichtum anderer Menschen den Rücken krumm machen, es ist die Gesellschaft, die Leistungen erbringt oder es ist die Natur, die geschändet statt verantwortungsvoll genutzt wird. Was der Grosse zu gigantischen Geldbergen anhäuft, fehlt Millionen von Kleinen für das Lebensnotwendigste. Was Not tut, ist diese Einsicht. Erst sie ermöglicht es, eine Geld- und Wirtschaftsordnung jenseits des Kapitalismus aufzubauen, welche von realistischen Voraussetzungen ausgeht: Jede Gesellschaft braucht ein gewisses Mass an Egalität, um nicht auseinander zu brechen, und kein Baum wächst in den Himmel. Folglich müssen Mechanismen entwickelt werden, welche die ungleiche Verteilung der Güter eindämmen. Und eine Wirtschaft der Zukunft darf Mensch und Lebensgrundlagen nicht mehr dermassen überfordern, wie es der Zinseszins-Kapitalismus mit seinen exponentiellen Umsatz- und Gewinnzwängen seit langer Zeit tut. In diesem Sinne ist der Kapitalismus - hoffentlich - endlich in Gefahr. Die grosse Mehrheit der Verlierer unter seinem Regime wird ihm - wenn ihnen denn die Augen wirklich aufgehen - keine Träne nachweinen.

060210nwo

Hannes Ammann gestorben

In seinem 81. Altersjahr ist in Adliswil Hannes Ammann-Kreundl gestorben. Er erlag den schweren Verletzungen, die ihm bei einem schweren Verkehrsunfall kurz vor Weihnachten zugefügt worden sind. Hannes Ammann setzte sich ein Leben lang für das freiwirtschaftliche Gedankengut ein, mit dem ihn sein Vater schon früh vertraut gemacht hatte. Hannes Ammann engagierte sich in der Schweizerischen Freiwirtschaftlichen Bewegung als langjähriges Vorstandsmitglied. 1986 gehörte er auch zu den Gründern der NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung. Er diente unserer Stiftung während mehr als zwei Jahrzehnten als umsichtiger Kassier. Daneben war ihm das Aufarbeiten und Ergänzen der Schweizerischen Freiwirtschaftlichen Bibliothek ein grosses Anliegen. Er unterstützte und förderte deren Platzierung im Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrum (WWZ) der Uni Basel und setzte sich stark für die fachgerechte Katalogisierung ein. Die Freiwirtschaftliche Bewegung der Schweiz verliert mit Hannnes Ammann einen ihrer führenden Köpfe und die NWO-Stiftung einen initiativen Stiftungsrat, Weggefährten und Freund.

060210nwo

Werner Rosenberger 85

Der Schweizer Freiwirtschafter Werner Rosenberger konnte kürzlich in bester geistiger Frische seinen 85. Geburtstag feiern. Der Jubilar stiess - damals als Praktikant am Lehrerseminar - bei brillanten Liberalsozialisten Werner Schmid in Zürich auf das freiwirtschaftliche Gedankengut. Es hat ihn ein Legen lang begleitet. Er gehörte seinerzeit dem Zürcher Jugendparlament an. Später engagierte er sich im Vorstand der Liberalsozialistischen Partei der Schweiz (LSPS). Werner Rosenberger war der Hauptautor von deren letztem Parteiprogramm, das 1986 herauskam und dem der bekannte Schweizer Publizist Hans Tschäni Weitsicht und grossen Gemeinsinn attestierte. Nach Auflösung der Partei präsidierte Rosenberger eine Zeitlang die Inwo International. Daneben war er stets ein gefragter, temperamtevoller Refernt zu Geld- und Bodenrechtsfragen. Seit deren Gründung im Jahre 1986 ist Rosenbgerger Stiftungsrat der NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung.

250110nwo

Zwei Bodenrechtsstiftungen fusionieren

Die NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung und die Stiftung Belcampo, beide mit Sitz in Freienbach SZ, fusionieren. Bereits im letzten Frühling haben die Stiftungsräte der beiden ideell verwandten Organisationen den Zusammenschluss der beiden Stiftungen prinzipiell beschlossen. Auf dem Weg zur Fusion sind allerdings einige administrative Hürden zu überwinden. Unter Mithilfe der eidgenössischen Stiftungsaufsicht in Didier Burkhalters Direktion des Innern erarbeiten die beiden Stiftungsräte gegenwärtig die erforderlichen Dokumente. An ihrer gemeinsamen Sitzung von Ende März soll die Fusion dann auch formell hieb- und stichfest beschlossen werden. Nach der Genehmigung der Fusion durch die Aufsichtsbehörde soll die Fusion rückwirkend auf den 1.Januar 2010 in Kraft treten. Die beiden Stiftungen Belcampo (1985) und NWO (1986) wurden unabhängig voneinander vor einem Vierteljahrhundert gegründet. Beide propagieren ein soziales Bodenrecht mit Gemeineigentum und privater, genossenschaftlicher und gewerblicher Nutzung. Entsprechend ihren Grundsätzen geben die beiden Stiftungen ihre Grundstücke im Baurecht an Interessierte ab. Gegenwärtig haben die beiden Stiftungen zusammen vier Baurechtsparzellen. Nach der Fusion schliessen sich die beiden Stiftungsräte zusammen. Der neue Name gemeinsame Name lautet NWO-Stiftung BELCAMPO. Noch offen ist der künftige Stiftungssitz. Die fusionierte Stiftung wird einen neuen Anlauf zur Steuerbefreiung nehmen. Bei der Gründung der beiden Stiftungen waren Stiftungen mit politischem Einschlag in den meisten Kantonen nicht steuerbefreit. Seither haben sich die Verhältnisse aber zum Teil geändert, so dass ein neuer Anlauf angezeigt ist.

250110nwo

Gemeinde als Landhändlerin?

Die Stadt Schlieren will der Stadt Zürich 13 000 Quadratmeter Bauland abkaufen. Sony Schweiz wolle dort seinen Schweizer Hauptsitz bauen. Und zusätzlich sollten Wohnungen entstehen, meldet der „Tages-Anzeiger". Zu befürchten ist, dass die Stadt Schlieren nur als Makler auftritt. Kaufen und dann Stück um Stück wieder verkaufen. Das ist weder sinnvoll noch nötig. Viel besser wäre es, das Land im öffentlichen Eigentum zu behalten und es zeitlich befristet zur Nutzung abzugeben. 280709 nwo Private wollen Kantonsland verkaufen Die Chemische Fabrik Uetikon will am Zürichsee 3000 Quadratmeter Bauland an einen privaten Investor verkaufen. Er plant dort eine Wohnüberbauung. Pikant an der Sache: Der Kanton hat den Uferstreifen im 19.Jahrhundert aufgeschüttet und darauf der Fabrik eine Nutzungskonzession erteilt. Jetzt will die Privatfirma das Land verkaufen. Die Organisation Rives Publiques nimmt das aber nicht kampflos hin. Sie werde rechtliche Schritte einleiten, wenn es zu dem Handel kommen sollte, kündigte sie gemäss „Tages-Anzeiger" an. Die Organisation, die landesweit für unverbaute Seeufer kämpft, beruft sich auf ein Bundesgerichtsurteil. Danach kann die Nutzung von aufgeschüttetem Konzessionsland auch nach 134 Jahren widerrufen werden. Man darf auf den Ausgang des Streites gespannt sein.

280709 nwo

Grosser Bahnhof für Fritz Schwarz

Am 11.November fand im Zürcher Theater Stadelhofen eine Gedenkfeier zum 50.Todestag des Berner Freiwirtschafters Fritz Schwarz statt. Der Andrang war riesig. Fritz Schwarz' Nachkommen Hans Schwarz und Ruth Binde-Schwarz haben den Nachlass ihres Vaters dem Schweizerischen Sozialarchiv in Zürich anvertraut. Es handelt sich dabei in grossen Teilen um Korrespondenz mit Freunden, mit Feinden und mit den Grossen seiner Zeit. Fritz Schwarz war nicht nur Geschäftsführer des Freiwirtschaftsbundes. Er war auch Journalist, Redaktor, Verleger und Autor. Und vor allem ein Leben lang ein herzensguter Mensch, der keinen Bittsteller an seiner Türe abwies, wie sich seine Tochter erinnert. Der Historiker Jakob Tanner sieht in Schwarz einen kantigen Charakterkopf, der die politische Diskussion im 20.Jahrhundert mitprägte. Der Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann hält den Freiwirtschaftern zugute, die Entwicklung des Geldsystems gedanklich vorweg genommen zu haben: Der Goldstandard sei heute abgeschafft, die Wechselkurse zwischen den Währungen frei und der stabile Preisstand als Ziel der Nationabank-Politik anerkannt. Ruth Binde-Schwarz hingegen sieht die Freiwirtschaft nicht als historische Bewegung, sondern als thematisch hochaktuell. Sie gibt zusammen mit dem Synergia-Verlag in Darmstadt die Bücher ihres Vaters systematisch neu heraus. Im nächsten Jahr soll sein zweibändiges Hauptwerk "Segen und Fluch des Geldes in der Geschichte der Völker" neu aufgelegt werden. Ein hochaktuelles Thema.

121108 nwo

Werner Schmids Schwarz-Biografie neu aufgelegt

Pünktlich zum 50. Todestag des Berner Freiwirtschafters Fritz Schwarz hat der Synergia-Verlag Darmstadt das " Lebensbild eines Volksfreundes" neu aufgelegt. Der Zürcher Journalist und Politiker Werner Schmid zeichnet darin ein subtiles Bild seines politischen Freundes, des Berner Lehrers, Pädagogen, Schriftstellers und Menschenfreundes Fritz Schwarz (1887-1958). Schwarz widmete sein entbehrungsreiches Leben dem fröhlichen Kampf für Ideale, die er als richtig und wichtig erkannt hatte. In zahlreichen Büchern und Schriften setzte er sich mit den drängendsten politischen Fragen auseinander und wurde zu einem grossen Kämpfer für den Dritten Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Sein nach wie vor aktuelles Lebensmotto: "Der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein." Unter Mitarbeit der Schwarz-Tochter Ruth Binde und mit Unterstützung von freiwirtschaftlichen Organisationen ist im Verlag von deutschen Idealisten ein sehr sorgfältig überarbeitetes Werk entstanden.

Ein Lesespass Werner Schmid: Fritz Schwarz, Lebensbild eines Volksfreundes, Synergia Verlag, Darmstadt, ISBN: 9ff78-3-940-392-14-5

040808 nwo

Die Heimat von Fritz Schwarz erwandert

50 Jahre nach dem Tod des grossen Berner Freiwirtschafters Fritz Schwarz trafen sich am 20.Juli auf Einladung seiner Kinder Hans Schwarz und Ruth Binde rund 40 Interessierte zu einem schlichten Gedenkanlass im emmentalischen Zäziwil. Ziel war der Hof Krautberg, in dem der Bauernsohn aufgewachsen war und wo er einen Teil seines Lebensabends wieder im Stöckli verbrachte. Schwarz führte über Jahrzehnte unter grössten Entbehrungen die Geschäfte des Freiland-Freigeld-Bundes, des Freiwirtschaftsbundes und der Liberalsozialistischen Partei. Er war auch schriftstellerisch und als Verleger tätig. Als beschlagener und humorvoller Kämpfer für eine bessere Welt schuf er sich viele Feinde, erntete im Laufe der Jahrzehnte aber die verdiente Anerkennung von Freund und Feind. Im Spätherbst folgen zwei weitere Gedenkveranstaltungen in Zürich und Bern.

040808 nwo

Uster: Umstrittener Landhandel

(Tages-Anzeiger 12.07.08) Am 23. Juni 2008 hatte das Stadtparlament ganz knapp dem Verkauf von 15'000 m2 Land im Mühleholz zugestimmt. Nun haben SP, Grüne und Grünliberale ein Behördenreferendum eingereicht. Begründung: Das Land sei eine wichtige Reserve, mit der Uster ansässigen Betrieben eine Entwicklung ermöglichen könne. Wir von der NWO-Stiftung hoffen, dass die StimmbürgerInnen langfristig denken und diesen Landverkauf an der Urne ablehnen werden!

200708 nwo

… und eine gute Nachricht aus New Zealand!

Neuseelands Maoris erhalten viel Land zurück

(NZZ 26. Juni2008) Nach jahrelangen zähen Verhandlungen haben Regierung und sieben Stämme der Maori-Urbevölkerung ein umfangreiches Entschädigungsabkommen unterzeichnet. Die betroffenen Maori-Stämme von der Mitte der Nordinsel werden damit zu den grössten Waldbesitzern Neuseelands. Seit Anfang der neunziger Jahre waren bereits Ausgleichzahlungen geleistet worden als Kompensation für Fischereirechte und Landverlust. Das Selbstbewusstsein der Maori ist durch all dies stark gestiegen und ihre Kultur hat einen gewaltigen Aufschwung genommen. Damit werden Schwächen des Vertrages von Waitangi, der 1840 zwischen der britischen Krone und den Maori abgeschlossen wurde, teilweise behoben. In diesem, damals als vorbildlich angesehenen Vertrag, wurden den Maori Eigentumsrechte gewährleistet. In den meisten Fällen wurde über die folgenden Jahre den Maori ihr Land einfach weggenommen.

Es ist zu hoffen, dass die Maori nie mehr mit Land handeln werden, dieses nur im Baurecht an Nutzer abgeben werden!

200708 nwo

NWO und Belcampo prüfen Zusammenarbeit

Zwei bodenrechtlich aktive Stiftungen prüfen, in welcher Art sie künftig zusammenarbeiten könnten. Die Stiftungsräte der Stiftung Belcampo und der NWO-Stiftung haben vereinbart, Abklärungen dafür zu treffen. Beide Stiftungen sind in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts gegründet worden und weisen sehr ähnliche Zielsetzungen auf. Sie propagieren Baurechtsverträge der öffentlichen Hand statt des frei handelbaren Bodens. Belcampo und NWO-Stiftung sind beide gesamtschweizerisch tätig und unterstehen der Stiftungsaufsicht des Bundes.

150608 nwo

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