NWO-Stiftung Belcampo





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Unser Boden - bist du Eigentümer oder bezahlst du Miete?

Dokumente

Vollenwyders gutes Gewissen

Der scheidende Stadtzürcher Finanzvorsteher Martin Vollenwyder (FDP) hat von einer Immobilienfirma für die Stadt ein Grundstück erworben. Gut 3000 Quadratmeter sind es, am Röntgenplatz im Kreis 5 gelegen. Die Stadt will mit dem Kauf das Areal für ein mögliches neues Zürcher Kongresszentrum arrondieren. So weit so gut: Eine städtische Exekutive erwirbt Boden, um darauf ein Werk im Dienste der Öffentlichkeit zu verwirklichen. Was an der Sache störend ist, ist die Geheimniskrämerei um den Kaufpreis. Weil der Stadtrat sich auf einen Dringlichkeitsparagrafen beruft, kann er - ganz im Interesse des Verkäufers - den Preis unter Verschluss halten. Er habe ein "gutes Gewissen" beim Preis, sagte Vollenwyder dem "Tages-Anzeiger". Der Kaufpreis dürfte in zweistelliger Millionenhöhe liegen. Warum nur, fragen wir uns, muss denn der Kaufpreis geheim bleiben? Schämt sich da doch irgendwer, von den Steuerzahlern eine hohe Summe einzustreichen? Wer mit der öffentlichen Hand Geschäfte abschliesst, hat zu gewärtigen, dass Zahlen publik werden. Und der Zürcher Stadtrat wäre gehalten, seinen Stimmbürgern zu sagen, wofür er wie viel Geld ausgibt, wo es um Millionenbeträge geht. Aber eigentlich verrät die Geheimniskrämerei nur eines: Den Akteuren ist nicht ganz wohl beim Handel mit Boden. Weil sie ganz tief in ihrem Innersten fühlen, dass sich dabei wenige auf Kosten vieler ungerechtfertigterweisde bereichern. Das Unbehagen der Kapitalisten in ihrem System schimmert da durch. Für unsere Stiftung ergibt sich aus solchen Vorgängen eine klare Forderung: Eine eidgenössische Statistik über die Verteilung des Grundeigentums ist nötig, eine umfassende Bodenpreisstatistik ebenfalls. Auf dass klar wird, wer wo wie viel abkassiert und wer dafür bezahlt.

271212 nwo

Stadtrat Dübendorf besinnt sich um

Erfreuliches bodenpolitisches Erwachen in der Stadt Dübendorf. Noch vor fünf Jahren verkaufte die Stadt ein zentral am Bahnhof gelegenes Grundstück zur privaten Überbauung. Jetzt aber will der Stadtrat auf das bewährte kommunalpolitische Modell der Landvergabe auf Zeit wechseln. Kurz hintereinander hat er bekannt gegeben, dass er sowohl ein grosses städtisches Grundstück beim Bahnhof Stettbach am Zürcher Stadtrand als auch eines auf dem Leepüntareal im Stadtzentrum im Baurecht auf Zeit abgeben will. Er will so den öffentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt auf lange Sicht stärken und kommenden Generationen die Möglichkeit bieten, wieder neu über die zweckmässige Nutzung der Areale bestimmen zu können. Der Stiftungsrat der NWO-Stiftung Belcampo hat dem Stadtrat von Dübendorf zu diesem zukunftsweisenden Schritt gratuliert und ihm für die kommende politische Ausmarchung viel Erfog gewünscht.

261112 nwo

Eine Schweizer Stiftung will ihren Beitrag zu mehr Gemeinsinn im Bodeneigentum leisten

Referat an der Jahrestagung der Zeitschrift "Humane Wirtschaft" vom 1.-4. November 2012, in der Silvio-Gesell-Tagungsstätte Wuppertal. Gehalten von Heinz Girschweiler, Präsident der NWO-Stiftung Belcampo.

Referat PDF (80 KB)

141112 nwo

Eigentum und Freiheit
     Tagungsbroschüre erschienen

Zur Tagung "Eigentum und Freiheit" vom 28. Januar 2012 in Bern ist die Tagungsbroschüre erschienen. Sie kann ab sofort auf dem Sekretariat der NWO-Stiftung Belcampo bezogen werden. Die Schrift von 88 Seiten Umfang enthält neben einer Einführung die sechs Impulsreferate, Voten aus der Podiumsdiskussion, Gedanken der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Gesprächskreisen, eine Literatur- und eine Adressliste sowie ein Kurzporträt der Veranstalterin, der NWO-Stiftung Belcampo. Die Schrift ist auch für Interessierte geeignet, die nicht an der Tagung teilgenommen haben.
Aus dem Inhalt: Das persönliche Eigentum vierdiene einen wirksamen Schutz, argumentieren die beiden emeritierten St. Galler Professoren Peter Ulrich und Philippe Mastronardi. Sie plädieren deshalb für ein breit gestreutes persönliches Eigentum, das verfassungsmässig geschützt ist. Es soll der persönlichen Freiheit und Sicherheit dienen und umfangmässig beschränkt sein. Udo Herrmannstorfer und Ernst Waldemar Weber wählen einen qualitativen Ansatz für ihre Eigentumsreformvorschläge. Sie wollen natürliche Ressourcen wie Boden, Wasser, Luft und Bodenschätze dem persönlichen Eigentum entziehen undd der Verwaltung durch die Gemeinschaft übertragen. Private sollen die Ressouren gegen Entgelt auf Zeit nutzen können. Handel und Spekulation mit ihnen sollen nicht mehr möglich sein. Raimund Rodewald von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz stellt fest, dass die Raumplanung unter dem geltenden Eigentumsregime in den letzten Jahrzehnten ein zahnloser Tiger geblieben ist. Die Eingriffsmöglichkeiten der Gemeinschaft ins private Eigentum müssten verstärkt werden, wenn nicht das ganze Land zersiedelt werden solle. Einen Kontrapunkt zu den Eigentumsreformern setzt der Basler Philosoph Alexander Dill. Eigentum mache eben gerade nicht frei, sondern abhängig, schreibt er. Eine egalitäre Eigentumsverteilung sei deshalb nicht erstrebenswert. Er setzt seine Hoffnung auf den Gemeinsinn der Habenden. Mehr und mehr würden sie ihre Reichtümer auf freiwilliger Basis mit anderen teilen, hat er beobachtet. Die Broschüre regt zum Überdenken der heutigen Eigentumsordnung an. Ihre Urheber hoffen, sie trage dazu bei, die Diskussion um eine sinnvolle Neuregelung der Eigentumsverhältnisse in Gang zu bringen.

Die Broschüre ist für 10 Franken (inklusive Versandkosten) erhältlich beim Sekretariat NWO-Stiftung Belcampo, Räbacher 2, 8143 Stallikon oder via info@nwo-belcampo.ch

180712 nwo

Die Broschüre können Sie auch als PDF hier einsehen und herunterladen. Bitte ignorieren Sie die Leerseiten. Diese ergeben sich aus der Druckversion.
Viel Spass beim Nachlesen.
NWO-Tagungsbroschüre, 28. Januar 2012 in Bern PDF (2 MB)

141112 nwo

Boden behalten - Basel gestalten
     Volksinitiative zustandegekommen

Eine grossartige Nachricht für Bodenreformer kommt aus der Stadt Basel. Ein breites Bündnis von politischen Parteien, Stiftungen und Genossenschaften hat unter dem Titel "Boden behalten - Basel gestalten" im letzten Herbst eine kantonale Volksinitiative lanciert. Ihr Ziel ist es, den Kanton zu verpflichten, seine Grundstücke nicht mehr zu verkaufen, sondern prinzipiell zur Nutzung im Baurecht abzugeben, wo kein Eigenbedarf besteht. Die Initianten erhoffen sich davon eine beruhigende Wirkung auf den Bodenmarkt und verbesserte planerische Einflussmöglichkeiten der Gemeinschaft. Nach nur halbjähriger Sammlung sind die nötigen 3000 Unterschriften gesammelt, und die Baslerinnen und Basler werden sich an der Urne zu dieser bedeutungsvollen Grundsatzfrage äussern können. Die NWO-Stiftung Belcampo hat dem Komitee einen Unterstützungsbeitrag zukommen lassen und in Aussicht gestellt, an die Kosten des Abstimmungskampfes wenn möglich einen weiteren Beitrag zu leisten.

180712 nwo

Eigentum und Freiheit
          Eine Tagung für kritische Geister

Die Veranstaltung vom 28. Januar 2012 stiess auf grosses Interesse und wurde rege besucht. Die Teilnehmer tauschen sich intensiv während und nach den Workshops aus.

Täglich führen uns die Schlagzeilen in den Medien vor Augen, in welche Sackgasse sich die sogenannt freie Wirtschaft verrannt hat. Mit Symptombekämpfung allein ist es nicht mehr getan. Jetzt müssen unsere Ordnungen und Normen grundsätzlich zur Diskussion gestellt werden. Die Tagung unserer Stiftung will Denkanstösse für eine neue Eigentumsordnung vermitteln. Fünf namhafte Referenten präsentierten in Workshops ihre Konzepte und Vorschläge. Und eine grosse Schar offener Menschen trat dazu in einen Dialog.

081111 nwo

Zeit für eine andere Welt

Peter Sutter, Oberstufenlehrer in Buchs SG, hat ein wichtiges Buch geschrieben: "Zeit für eine andere Welt - Warum der Kapitalismus keine Zukunft hat" lautet sein Titel. Auf mehr als 200 Seiten breitet er eine fundamentalie Kapitalismuskritik aus. Der Autor zeigt auf, welch verheerenden Einfluss die auf unserer Welt anscheinend allein seeligmachende Wirtschaftsordnung auf die Entwicklung der Menschheit hat: Die Gräben zwischen den Ärmsten und den Reichsten werden breiter und tiefer, die Ressourcen von Mensch und Natur werden verschleudert, das Geld fliesst dorthin, wo es keinen Nutzen bringt. Und läuft einmal etwas schief, dann sind noch die Untersten auf der Sozialpyramide daran schuld. Peter Sutter lässt es nicht bei seiner scharfen und mit vielen Zitaten wichtiger Akteure aus den Medien belegten Kritik bewenden. Im letzten Teil des Buches skizziert er eine hoffungsvollere Zukunft. Er ruft alle unverbrauchten und unverbandelten Menschen guten Willens dazu auf, das Gespräch miteinander aufzunehmen um die Ziele einer neuen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung zu formulieren und dann erste Schritte zu unternehmen. Peter Sutter ist - trotz der aktuellen Lage - optimistisch. Die Menschen guten Willens könnten erste Schritte auf einem Dritten Weg gehen, der in eine hoffnungsvollere Zukunft weist. Er soll - so Sutter - sozialverträglich, globalverträglich und zukunftsverträglich sein. Wohltuend an Sutters Werk ist, dass er nicht Sündenböcke für die Misere sucht: Nicht überbordende Banker, gierige Spekulanten oder unfähige Politiker sind das Grundproblem, sondern das System Kapitalismus, in dem wir alle gefangen sind und das einige bis zur Neige auskosten. Das Buch ist allen, die sich auf diesen Dritten Weg machen wollen, wärmstens empfohlen.
Peter Sutter: "Zeit für eine andere Welt. Warum der Kapitalismus keine Zukunft hat". Verlag Books on Demand GmbH, Nordersteedt D, ca. 25 Fr. ISBN: 978-3-842-35998-7 

071111 nwo

Werner Rosenberger gestorben

Werner Rosenberger, Gründungsmitglied unserer Stiftung, ist am 23. August 2011 an seinem Alterswohnsitz in Ammerswil AG gestorben. Werner Rosenberger kam schon in jungen Jahren mit der Freiwirtschaft in Kontakt und blieb deren Grundeinsichten ein Leben lang treu. Sein grosses Vorbild war der Zürcher Lehrer, Journalist und spätere Nationalrat Werner Schmid. Bei ihm absolvierte Rosenberger in den Kriegsjahren eines seiner Praktika als Junglehrer. Werner Rosenberger gehörte dem Zürcher Jugendparlament an. Später engagierte er sich im Vorstand der Liberalsozialistischen Partei der Schweiz (LSPS) und leitete - als Lehrer pensioniert - in den 80er- und 90er-Jahren die Inwo International. Rosenberger verfasste verschiedene Schriften zu Geld- und Bodenfragen - so "Boden nutzen statt besitzen" und die "Leitlinien 1986 der LSPS" - ihr letztes Parteiprogramm, von dem der Publizist Hans Tschäni sagte, es biete eine Fülle zukunftsträchtiger Ideen... Rosenberger war ein gefragter Referent und Experte für Baurechtsverträge, die er den Gemeinden wärmstens empfahl. Für das Gedeihen unserer Stiftung setzte er sich seit der Gründung im Jahre 1986 als Stiftungsrat bis ganz zuletzt ein.

071111 nwo

Die NWO-Stiftung Belcampo steht

Die beiden Bodenrechtsstiftung Belcampo und "NWO - für natürliche Wirtschaftsordnung" sind endlich vereint. Fast auf den Tag genau vier Jahre nach den ersten Kooperationsgesprächen hat die Aufsichtsbehörde für gesamtschweizerisch tätige Stiftungen, das Generalsekretatiat des Eidgenössichen Departementes des Innern (EDI), dem Fusionvertrag und dem neuen Statut vom 26. März dieses Jahres vorbehaltlos zugestimmt. Sobald die Fusion im Handelsregister des Kantons Schwyz eingetragen ist, ist das Fusionsprodukt mit dem Namen NWO-Stiftung Belcampo voll handlungsfähig. Die Fusion erfolgt rückwirkend auf den 1. Januar 2011. Die beiden Stiftungen haben sich zusammengeschlossen, um ihre Zukunft zu sichern und ihre Kräfte zu bündeln. Die neue Stiftung verfügt über ein Vermögen von deutlich über einer Million Franken. Hauptbestandteil sind fünf Grundstücke in Egliswil AG, Hölstein BL, in der Stadt Basel sowie in Osterburken (D). Entsprechend ihrem Credo, wonach der Boden nicht in private Hände gehört und kein Handelsgut sein sollte, vergibt die Stiftung ihre Grundstücke zur langfristigen Nutzung im Baurecht. Sie achtet dabei auf faire Verträge. Die NWO-Stiftung Belcampo will mit ihrer Tätigkeit ein Zeichen für die Gemeinden setzen, für die die Abgabe von Grundstücken im Baurecht statt durch Verkauf langfristig nur Vorteile hat. Die neue Stiftung setzt sich zum Ziel gesetzt, eine dringend gebotene Eigentumsdiskussion in der Schweiz in Gang zu bringen. Dazu veranstaltet sie am 28. Januar 2012 in Bern eine ganztägige Veranstaltung mit namhaften Referenten (siehe Artikel unten).

290611 nwo

Eigentumstagung
am 28. Januar 2012

Die NWO-Stiftung Belcampo lädt Interessierte aus der ganzen Schweiz auf Samstag, 28. Januar 2012 zu einer Eigentumstagung in Bern. Namhafte Referenten aus Wissenschaft und NGOs werden alternative Eigentumskonzeptionen zum heute überbordenden Privateigentum präsentieren und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren. Ziel des Anlasses ist es, die Bodenrechts- und Eigentumsdiskussion, welche in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz eingeschlafen ist, wieder anzustossen. Das Datum ist fix. Als Referenten zugesagt haben Dr. Alexander Dill, Institute of Commons and Economics); Philippe Mastronardi (HSG St. Gallen) und Peter Ulrich (ex HSG St.Gallen); Raimund Rodewald (Stiftung für Landschaftsschutz); Udo Herrmannsdorfer (Stiftung Wege zur Qualität), Ernst Waldemar Weber (Autor des Büchleins "Was ist mit unserem Boden?"). Veranstaltungsort und Details zur Anmeldung folgen.

190411 nwo

Stiftungen haben Fusion beschlossen

An ihren Versammlungen vom 26. März 2011 haben die Stiftungsräte Belcampo und NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung nach über zweijähriger Vorarbeit ihre Fusion beschlossen. Diese soll - die Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde in Bern vorausgesetzt - rückwirkend auf den 1. Januar 2011 in Kraft treten. Mit der Fusion schliessen sich zwei unabhängig voneinander Mitte der Achtzigerjahre entstandene Organisationen mit weitgehend übereinstimmender Zielsetzung zusammen. Gemeinsam ist ihnen insbesondere der Einsatz für eine neue Eigentumsordnung, welche das Privateigentum auf das beschränkt, was Menschen sich selber erarbeiten können. Ausgeschlossen sollte künftig das Privateigentum an natürlichen Ressourchen wie Boden, Wasser, Luft und Bodenschätzen sein. Zu diesem Zweck soll der Boden mittelfristig in öffentliches Eigentum zurückgeführt und über Nutzungsrechte zum Gebrauch auf Zeit verliehen werden. Im Sinne eines Beispiels vergibt die neue NWO-Siftung Belcampo ihre Grundstücke mittels fairer Baurechtsverträge an ihre Nutzer. Die Einnahmen aus den Nutzungsgebühren verwendet die Stiftung im Sinne ihres Stiftungszwecks. Im Zeitpunkt der Fusion ist die Stiftung Eigentümerin von Grundstücken in Hölstein BL, Egliswil AG, Basel und Osterburken (D). Faktisch ist die bisherige Stiftung Belcampo in die NWO-Stiftung integriert worden. Die bisherigen Stiftungsratsmitglieder von Belcampo wirken im erweiterten neuen Stiftungsrat mit. Er zählt aktuell neun Mitglieder.

190411 nwo

Paul Gysin zum 100. Geburtstag

Auf den Tag genau an dessen 100. Geburtstag hat die "Basler Zeitung" am 10. Januar dem Stifter unserer NWO-Stiftung einen ganzseitigen Beitrag gewidmet. Paul Gysin (1911-1993), aus einfachen familiären Verhältnissen zum Inhaber und Leiter eines Basler Gewerbebetriebes der Elektrobranche aufgestiegen, hat in jungen Jahren an einem Vortrag des grossen Berners Fritz Schwarz bei den Basler Guttemplern die Freiwirtschaft kennen gelernt. Der junge Mann war sofort Feuer und Flamme. Er leitete die Basler Ortsgruppe der Liberalsozialistischen Partei und wirkte im nationalen Parteivorstand lange Jahre als Kassier. Vor allem aber widmete sich Paul Gysin dem stattlichen freiwirtschaftlichen Schrifttum. Er begann, systematisch freiwirtschaftliche, volkswirtschaftliche und bodenreformerische Literatur zu sammeln. Den Grundstock bildete die Bibliothekt des Balser Architekten und Städtebauers Hans Bernoulli. Im Laufe der Jahrzehnte kamen mehr als 4000 Titel in der Schweizerischen Freiwirtschaftlichen Bibliothekt zusammen, dem Lebenswerk Paul Gysins. 1986 gründete Paul Gysin als Stifter zusammen mit Gesinnungsfeunden die NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung und übergab ihr seine Bibliothek zur Betreuung. 1988 konnte er als Kassier der Stiftung mit der Bibliothek des Wirtschafswissenschafltichen Zentrums (WWZ) der Uni Basel einen Depositumvertrag abschliessen. Nach Gysins Tod finanzierte seine Stiftung die professionelle Katalogisierung der Bibliothek, deren Kenbestand heute in de WWZ-Bibliothek integriert und elektronisch abrufbar ist. Uni-Bibliothek und Stiftungsrat ergänzen den mit FB gezeichneten Bestand mit aktuellen Neuerscheinungen. Jetzt hat Paul Gysins Werk posthum in der "Basler Zeitung" eine verdiente Ehrung erfahren. Die Stiftung ist - neben der Sorge um die Bibliothek - vor allem bodenrechtlich aktiv. Sie ist Eigentümerin mehrerer Grundstücke, die sie über Baurechtsverträge zur Nutzung abgibt - im Sinne eines Vorbildes für ein gemeinschaftsdiensliches  Bodenrecht.

170111 nwo

Einstiger Hoffnungsträger Bruno Gehrig

Als junger Nationalökonom war Bruno Gehrig ein Hoffnungsträger. Als aufgeschlossener Direktor der Nationalbank machte er den Anschein, als könnte er das Verständnis der Schweizer vom Geld und dessen Funktionieren in positivem Sinne weiterentwickeln. Das ist offensichtlich lange her, wie ein grosses Jahresend-Interview im "Tages-Anzeiger" vom 24. Dezember 1999 zeigt. Gealtert und offensichtlich von seiner Verwaltungsratskarriere geprägt, gibt Gehrig einen Gemeinplatz um den anderen von sich und zeigt sich als treuer Bewahrer der Interessen der Wirtschaftselite. Manager-Boni, Abzocker-Initiative? - "Es braucht keine gesetzlichen Regelungen und neuen Steuern. Ich glaube nicht, dass staatlicher Zwang nötig ist." Zuverlässigkeit des Finanzmarktes? "Die Nachfrage nach Geld hat weltweit tatsächlich enorm zugenommen... Der Finanzmarkt hat sich eben auch überraschend entwickelt." Filz in den grossen Schweizer Verwaltungsräten, wo wenige Mitglieder übers Kreuz in verschiedenen Topgremien sitzen? - "Nein, Filz ist das nicht." Sollte der Flughafen Zürich ausgebaut werden? - "...deshalb muss eine Parallelpiste eine Option sein für die Zukunft - genauso wie eine Verlängerung der Pisten 28 und 32. Zu Spitzenzeiten während des Tages sollten zudem auch Abflüge Richtung Süden geradeaus möglich sein.... Moderates Wachstum muss möglich sein." Und so weiter, und so fort. Wachstum über alles, und möglichst keine keine politischen Leitplanken für die Wirtschaft. Das ist die heutige Botschaft des Präsidenten der nationalen Fluggesellschaft, Vizepräsident von Roche und VR-Mitglied der UBS. Nein, Neues ist da nicht mehr zu erwarten. Und eben: Der einstige Nationalbankdirektor ist offensichtlich erstaunt, dass das Finanzsystem von Zeit zu Zeit kollabiert...

261210 nwo

Nicht Obama, sondern der Kapitalismus ist das Problem

Die grossen Erwartungen, mit denen Obamas Wahl zum US-Präsidenten verbunden waren, sowie die zunehmende Enttäuschung darüber, wie wenig es Obama bisher gelungen ist, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen, zeigen, wie naiv und blauäugig die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande offensichtlich immer noch ist. Denn das eigentliche Grundproblem ist nicht Obama, sondern der Kapitalismus, dieses absurde, von inneren Widerspruüchen nur so strotzende und in seinen Grundprinzipien - Ausbeutung von Mensch und Natur, endloses Wachstum, soziale Umverteilung und Polarisierung - letzlich auf Zerstörung ausgerichtete Wirtschaftssystem. Solange nicht dieses System als Ganzes einer radikalen Erneuerung unterzogen wird, kann sich auch der beste, fähigste und intelligenteste US-Präsident alle Beine aus dem Leib strampeln - die Probleme, die er am einen Ort zu lösen scheint, werden an anderen Orten nur umso drastischer zutage treten. Statt sich weiterhin in der Illusion zu wiegen, innerhalb des Kapitalismus wäre eine weltweit friedliche und gerechte Gesellschaftsordnung zu verwirklichen, sollten wir endlich den Mut haben, uns einzugestehen, dass der Kapitalismus genauso gescheiteret ist wie der Kommunismus und dass es allerhöchste Zeig gewordn ist, den Aufbau einer von Grund auf neuen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in Angriff zu nehmen.

Leserbrief von Peter Sutter, Buchs SG, im "Tages-Anzeiger", siehe auch: www.anderewelt.ch

Wer ist ewiggestrig?

Betrachten wir die katastrophalen weltweiten Folgen des kapitalistischen Wirtschaftssystems von der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich bis zum klobal drohenden Umweltkollaps, so kann es gar nichts Besseres geben als eine Partei, welche die Überwindung des Kapitalismus zum Ziel hat. Ewiggestrig sind nicht die, welche den Kapitalismus überwinden wollen, sondern die, welche wider alle Vernunft an ihm festhalten wollen.

Leserbrief von Peter Sutter, Buchs SG, im "Tages-Anzeiger" zum neuen SP-Parteiprogramm

Guthaben und Schulden

Der Artikel "Die Reichen unter der Lupe" ist sehr aufschlussreich, klärt vieles. Nur eine wichtige Frage fehlt: Woher kommt der Ertrag und damit der Zuwachs der Vermögen? Sich automatisch vermehrendes Vermögen gibt es nicht. Selbst Leohard Burkhardt wundert sich darüber, dass sich sein Vermögen ohne eigenes Zutun vermehrt, findet es "irgendwie ungerecht". Die Guthaben der einen sind die Schulden der anderen. Und Schuldzinsen, Dividenden, Gewinne sind Bestandteil der Kosten beziehungsweise der Preise der Produkte, welche gehandelt, verkauft werden. Das heisst, dass der Vermögensertrag der 3 Prozent Steuerpflichtigen, welche die Hälfte des Vermögens besitzen, von den 97 Prozent anderen bezahlt wird. Dass immer mehr Menschen dies "irgendwie ungerecht" finden, ist verständlich und hat mit Neid nichts zu tun.

Leserbrief von Othmar Metzger, Stallikon, in der NZZ am Sonntag vom 7.11.2010

Was ist mit unserm Boden?

Ernst Waldemar Weber, ein Berner Musikpädagoge mit reicher Lebenserfahrung, legt eine gut 60-seitige Schrift zur Bodenrechtsfrage vor. Die Titelseite zeigt das Albert-Anker-Bild Zinstag. Ein Bauer zählt seinem Grundherrn in dessen Kontor die sauer verdienten Münzen auf den Tisch - eine Szene, wie sie von Fritz Schwarz in seinen Jugenderinnerungen eindrücklich beschrieben worden ist. Weber klärt den Eigentumsbegriff, weist auf die Sonderfälle Boden und Geistiges Eigentum hin, zeichnet die Entwicklung des Schweizer Bodenmarktes nach und plädiert eindringlich für den Boden als Gemeingut. Der Autor geht weit in die Geschichte zurück und beschreibt die fatale Entwicklung der privaten Bodenbesitznahme. Er referiert die wichtigsten Reformmodelle, geht auf die bodenpolitschen Vorstösse in der Schweiz von der Jungbauerninitiative bis zur Leidensgeschichte der Motion Ruffy für eine Bodenpreis-Statistik ein. Er weitet dann den Blick auf die Krise des Kapitalismus und die Tendenzen zu einem neuen Bodenkolonialismus durch Multis in der Dritten Welt. Eindringlich fordert Ernst Waldemar Weber zum Schluss die Wiederaufnahme der eingeschlafenen bodenpolitischen Diskussion in der Schweiz. Es soll nach Meinung des Autors eine Diskussion ohne Denkverbote werden. Die eingängig geschriebene Broschüre ist wachen Köpfen sehr zu empfehlen.

Sie kann beim Eigenverlag des Autors, verlag ceterum censeo. Haldenau 20, 3074 Muri, bezogen werden.

151010 nwo

Kaptialismus in Gefahr

Die Verunsicherung bei den Verfechtern des bisherigen Weltwirtschaftssystems ist gross. "Kapitalistisches System in Gefahr" - so liess sich Natioanlbank-Präsident Philipp Hildebrand in der SonntagsZeitung vom 31. Januar 2010 zitieren. Und in der gleichen Zeitung sagt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, "die Politik muss sich gegen die Banken durchsetzen". Da dämmert offensichtlich einigen einiges. Doch besteht einmal mehr die Gefahr, dass man in populistischer Art nach Sündenböcken sucht und sie findet. Dabei sind die horrenden Boni für zweifelhafte Leistungen von Bankmanagern und all die virtuellen Fantasieprodukte, mit denen Kapitalisten von den Bankinstituten gelockt werden, lediglich Ausdruck der Systemlüge. Und die deckt bisher kaum jemand auf. Die grosse kapitalistische Lüge besteht darin, den Grosskapitalisten wie der kleinen Frau und dem kleinen Mann von der Strasse zu suggerieren, Geld arbeite. Geld arbeitet nie und es vermehrt sich nicht von selbst. Immer sind es Menschen, die für den Reichtum anderer Menschen den Rücken krumm machen, es ist die Gesellschaft, die Leistungen erbringt oder es ist die Natur, die geschändet statt verantwortungsvoll genutzt wird. Was der Grosse zu gigantischen Geldbergen anhäuft, fehlt Millionen von Kleinen für das Lebensnotwendigste. Was Not tut, ist diese Einsicht. Erst sie ermöglicht es, eine Geld- und Wirtschaftsordnung jenseits des Kapitalismus aufzubauen, welche von realistischen Voraussetzungen ausgeht: Jede Gesellschaft braucht ein gewisses Mass an Egalität, um nicht auseinander zu brechen, und kein Baum wächst in den Himmel. Folglich müssen Mechanismen entwickelt werden, welche die ungleiche Verteilung der Güter eindämmen. Und eine Wirtschaft der Zukunft darf Mensch und Lebensgrundlagen nicht mehr dermassen überfordern, wie es der Zinseszins-Kapitalismus mit seinen exponentiellen Umsatz- und Gewinnzwängen seit langer Zeit tut. In diesem Sinne ist der Kapitalismus - hoffentlich - endlich in Gefahr. Die grosse Mehrheit der Verlierer unter seinem Regime wird ihm - wenn ihnen denn die Augen wirklich aufgehen - keine Träne nachweinen.

060210nwo

Kaptialismus in Gefahr

Die Verunsicherung bei den Verfechtern des bisherigen Weltwirtschaftssystems ist gross. "Kapitalistisches System in Gefahr" - so liess sich Natioanlbank-Präsident Philipp Hildebrand in der SonntagZeitung vom 31. Januar zitieren. Und in der gleichen Zeitung sagt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, "die Politik muss sich gegen die Banken durchsetzen". Da dämmert offensichtlich einigen einiges. Doch besteht einmal mehr die Gefahr, dass man in populistischer Art nach Sündenböcken sucht und sie findet. Dabei sind die horrenden Boni für zweifelhafte Leistungen von Bankmanagern und all die virtuellen Fantasieprodukte, mit denen Kapitalisten von den Bankinstituten gelockt werden, lediglich Ausdruck der Systemlüge. Und die deckt bisher kaum jemand auf. Die grosse kapitalistische Lüge besteht darin, den Grosskapitalisten wie der kleinen Frau und dem kleinen Mann von der Strasse zu suggerieren, Geld arbeite. Geld arbeitet nie und es vermehrt sich nicht von selbst. Immer sind es Menschen, die für den Reichtum anderer Menschen den Rücken krumm machen, es ist die Gesellschaft, die Leistungen erbringt oder es ist die Natur, die geschändet statt verantwortungsvoll genutzt wird. Was der Grosse zu gigantischen Geldbergen anhäuft, fehlt Millionen von Kleinen für das Lebensnotwendigste. Was Not tut, ist diese Einsicht. Erst sie ermöglicht es, eine Geld- und Wirtschaftsordnung jenseits des Kapitalismus aufzubauen, welche von realistischen Voraussetzungen ausgeht: Jede Gesellschaft braucht ein gewisses Mass an Egalität, um nicht auseinander zu brechen, und kein Baum wächst in den Himmel. Folglich müssen Mechanismen entwickelt werden, welche die ungleiche Verteilung der Güter eindämmen. Und eine Wirtschaft der Zukunft darf Mensch und Lebensgrundlagen nicht mehr dermassen überfordern, wie es der Zinseszins-Kapitalismus mit seinen exponentiellen Umsatz- und Gewinnzwängen seit langer Zeit tut. In diesem Sinne ist der Kapitalismus - hoffentlich - endlich in Gefahr. Die grosse Mehrheit der Verlierer unter seinem Regime wird ihm - wenn ihnen denn die Augen wirklich aufgehen - keine Träne nachweinen.

060210nwo

Hannes Ammann gestorben

In seinem 81. Altersjahr ist in Adliswil Hannes Ammann-Kreundl gestorben. Er erlag den schweren Verletzungen, die ihm bei einem schweren Verkehrsunfall kurz vor Weihnachten zugefügt worden sind. Hannes Ammann setzte sich ein Leben lang für das freiwirtschaftliche Gedankengut ein, mit dem ihn sein Vater schon früh vertraut gemacht hatte. Hannes Ammann engagierte sich in der Schweizerischen Freiwirtschaftlichen Bewegung als langjähriges Vorstandsmitglied. 1986 gehörte er auch zu den Gründern der NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung. Er diente unserer Stiftung während mehr als zwei Jahrzehnten als umsichtiger Kassier. Daneben war ihm das Aufarbeiten und Ergänzen der Schweizerischen Freiwirtschaftlichen Bibliothek ein grosses Anliegen. Er unterstützte und förderte deren Platzierung im Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrum (WWZ) der Uni Basel und setzte sich stark für die fachgerechte Katalogisierung ein. Die Freiwirtschaftliche Bewegung der Schweiz verliert mit Hannnes Ammann einen ihrer führenden Köpfe und die NWO-Stiftung einen initiativen Stiftungsrat, Weggefährten und Freund.

060210nwo

Werner Rosenberger 85

Der Schweizer Freiwirtschafter Werner Rosenberger konnte kürzlich in bester geistiger Frische seinen 85. Geburtstag feiern. Der Jubilar stiess - damals als Praktikant am Lehrerseminar - bei brillanten Liberalsozialisten Werner Schmid in Zürich auf das freiwirtschaftliche Gedankengut. Es hat ihn ein Legen lang begleitet. Er gehörte seinerzeit dem Zürcher Jugendparlament an. Später engagierte er sich im Vorstand der Liberalsozialistischen Partei der Schweiz (LSPS). Werner Rosenberger war der Hauptautor von deren letztem Parteiprogramm, das 1986 herauskam und dem der bekannte Schweizer Publizist Hans Tschäni Weitsicht und grossen Gemeinsinn attestierte. Nach Auflösung der Partei präsidierte Rosenberger eine Zeitlang die Inwo International. Daneben war er stets ein gefragter, temperamtevoller Refernt zu Geld- und Bodenrechtsfragen. Seit deren Gründung im Jahre 1986 ist Rosenbgerger Stiftungsrat der NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung.

250110nwo

Zwei Bodenrechtsstiftungen fusionieren

Die NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung und die Stiftung Belcampo, beide mit Sitz in Freienbach SZ, fusionieren. Bereits im letzten Frühling haben die Stiftungsräte der beiden ideell verwandten Organisationen den Zusammenschluss der beiden Stiftungen prinzipiell beschlossen. Auf dem Weg zur Fusion sind allerdings einige administrative Hürden zu überwinden. Unter Mithilfe der eidgenössischen Stiftungsaufsicht in Didier Burkhalters Direktion des Innern erarbeiten die beiden Stiftungsräte gegenwärtig die erforderlichen Dokumente. An ihrer gemeinsamen Sitzung von Ende März soll die Fusion dann auch formell hieb- und stichfest beschlossen werden. Nach der Genehmigung der Fusion durch die Aufsichtsbehörde soll die Fusion rückwirkend auf den 1.Januar 2010 in Kraft treten. Die beiden Stiftungen Belcampo (1985) und NWO (1986) wurden unabhängig voneinander vor einem Vierteljahrhundert gegründet. Beide propagieren ein soziales Bodenrecht mit Gemeineigentum und privater, genossenschaftlicher und gewerblicher Nutzung. Entsprechend ihren Grundsätzen geben die beiden Stiftungen ihre Grundstücke im Baurecht an Interessierte ab. Gegenwärtig haben die beiden Stiftungen zusammen vier Baurechtsparzellen. Nach der Fusion schliessen sich die beiden Stiftungsräte zusammen. Der neue Name gemeinsame Name lautet NWO-Stiftung BELCAMPO. Noch offen ist der künftige Stiftungssitz. Die fusionierte Stiftung wird einen neuen Anlauf zur Steuerbefreiung nehmen. Bei der Gründung der beiden Stiftungen waren Stiftungen mit politischem Einschlag in den meisten Kantonen nicht steuerbefreit. Seither haben sich die Verhältnisse aber zum Teil geändert, so dass ein neuer Anlauf angezeigt ist.

250110nwo

Gemeinde als Landhändlerin?

Die Stadt Schlieren will der Stadt Zürich 13 000 Quadratmeter Bauland abkaufen. Sony Schweiz wolle dort seinen Schweizer Hauptsitz bauen. Und zusätzlich sollten Wohnungen entstehen, meldet der „Tages-Anzeiger". Zu befürchten ist, dass die Stadt Schlieren nur als Makler auftritt. Kaufen und dann Stück um Stück wieder verkaufen. Das ist weder sinnvoll noch nötig. Viel besser wäre es, das Land im öffentlichen Eigentum zu behalten und es zeitlich befristet zur Nutzung abzugeben. 280709 nwo Private wollen Kantonsland verkaufen Die Chemische Fabrik Uetikon will am Zürichsee 3000 Quadratmeter Bauland an einen privaten Investor verkaufen. Er plant dort eine Wohnüberbauung. Pikant an der Sache: Der Kanton hat den Uferstreifen im 19.Jahrhundert aufgeschüttet und darauf der Fabrik eine Nutzungskonzession erteilt. Jetzt will die Privatfirma das Land verkaufen. Die Organisation Rives Publiques nimmt das aber nicht kampflos hin. Sie werde rechtliche Schritte einleiten, wenn es zu dem Handel kommen sollte, kündigte sie gemäss „Tages-Anzeiger" an. Die Organisation, die landesweit für unverbaute Seeufer kämpft, beruft sich auf ein Bundesgerichtsurteil. Danach kann die Nutzung von aufgeschüttetem Konzessionsland auch nach 134 Jahren widerrufen werden. Man darf auf den Ausgang des Streites gespannt sein.

280709 nwo

Grosser Bahnhof für Fritz Schwarz

Am 11.November fand im Zürcher Theater Stadelhofen eine Gedenkfeier zum 50.Todestag des Berner Freiwirtschafters Fritz Schwarz statt. Der Andrang war riesig. Fritz Schwarz' Nachkommen Hans Schwarz und Ruth Binde-Schwarz haben den Nachlass ihres Vaters dem Schweizerischen Sozialarchiv in Zürich anvertraut. Es handelt sich dabei in grossen Teilen um Korrespondenz mit Freunden, mit Feinden und mit den Grossen seiner Zeit. Fritz Schwarz war nicht nur Geschäftsführer des Freiwirtschaftsbundes. Er war auch Journalist, Redaktor, Verleger und Autor. Und vor allem ein Leben lang ein herzensguter Mensch, der keinen Bittsteller an seiner Türe abwies, wie sich seine Tochter erinnert. Der Historiker Jakob Tanner sieht in Schwarz einen kantigen Charakterkopf, der die politische Diskussion im 20.Jahrhundert mitprägte. Der Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann hält den Freiwirtschaftern zugute, die Entwicklung des Geldsystems gedanklich vorweg genommen zu haben: Der Goldstandard sei heute abgeschafft, die Wechselkurse zwischen den Währungen frei und der stabile Preisstand als Ziel der Nationabank-Politik anerkannt. Ruth Binde-Schwarz hingegen sieht die Freiwirtschaft nicht als historische Bewegung, sondern als thematisch hochaktuell. Sie gibt zusammen mit dem Synergia-Verlag in Darmstadt die Bücher ihres Vaters systematisch neu heraus. Im nächsten Jahr soll sein zweibändiges Hauptwerk "Segen und Fluch des Geldes in der Geschichte der Völker" neu aufgelegt werden. Ein hochaktuelles Thema.

121108 nwo

Werner Schmids Schwarz-Biografie neu aufgelegt

Pünktlich zum 50. Todestag des Berner Freiwirtschafters Fritz Schwarz hat der Synergia-Verlag Darmstadt das " Lebensbild eines Volksfreundes" neu aufgelegt. Der Zürcher Journalist und Politiker Werner Schmid zeichnet darin ein subtiles Bild seines politischen Freundes, des Berner Lehrers, Pädagogen, Schriftstellers und Menschenfreundes Fritz Schwarz (1887-1958). Schwarz widmete sein entbehrungsreiches Leben dem fröhlichen Kampf für Ideale, die er als richtig und wichtig erkannt hatte. In zahlreichen Büchern und Schriften setzte er sich mit den drängendsten politischen Fragen auseinander und wurde zu einem grossen Kämpfer für den Dritten Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Sein nach wie vor aktuelles Lebensmotto: "Der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein." Unter Mitarbeit der Schwarz-Tochter Ruth Binde und mit Unterstützung von freiwirtschaftlichen Organisationen ist im Verlag von deutschen Idealisten ein sehr sorgfältig überarbeitetes Werk entstanden.

Ein Lesespass Werner Schmid: Fritz Schwarz, Lebensbild eines Volksfreundes, Synergia Verlag, Darmstadt, ISBN: 9ff78-3-940-392-14-5

040808 nwo

Die Heimat von Fritz Schwarz erwandert

50 Jahre nach dem Tod des grossen Berner Freiwirtschafters Fritz Schwarz trafen sich am 20.Juli auf Einladung seiner Kinder Hans Schwarz und Ruth Binde rund 40 Interessierte zu einem schlichten Gedenkanlass im emmentalischen Zäziwil. Ziel war der Hof Krautberg, in dem der Bauernsohn aufgewachsen war und wo er einen Teil seines Lebensabends wieder im Stöckli verbrachte. Schwarz führte über Jahrzehnte unter grössten Entbehrungen die Geschäfte des Freiland-Freigeld-Bundes, des Freiwirtschaftsbundes und der Liberalsozialistischen Partei. Er war auch schriftstellerisch und als Verleger tätig. Als beschlagener und humorvoller Kämpfer für eine bessere Welt schuf er sich viele Feinde, erntete im Laufe der Jahrzehnte aber die verdiente Anerkennung von Freund und Feind. Im Spätherbst folgen zwei weitere Gedenkveranstaltungen in Zürich und Bern.

040808 nwo

Uster: Umstrittener Landhandel

(Tages-Anzeiger 12.07.08) Am 23. Juni 2008 hatte das Stadtparlament ganz knapp dem Verkauf von 15'000 m2 Land im Mühleholz zugestimmt. Nun haben SP, Grüne und Grünliberale ein Behördenreferendum eingereicht. Begründung: Das Land sei eine wichtige Reserve, mit der Uster ansässigen Betrieben eine Entwicklung ermöglichen könne. Wir von der NWO-Stiftung hoffen, dass die StimmbürgerInnen langfristig denken und diesen Landverkauf an der Urne ablehnen werden!

200708 nwo

… und eine gute Nachricht aus New Zealand!

Neuseelands Maoris erhalten viel Land zurück

(NZZ 26. Juni2008) Nach jahrelangen zähen Verhandlungen haben Regierung und sieben Stämme der Maori-Urbevölkerung ein umfangreiches Entschädigungsabkommen unterzeichnet. Die betroffenen Maori-Stämme von der Mitte der Nordinsel werden damit zu den grössten Waldbesitzern Neuseelands. Seit Anfang der neunziger Jahre waren bereits Ausgleichzahlungen geleistet worden als Kompensation für Fischereirechte und Landverlust. Das Selbstbewusstsein der Maori ist durch all dies stark gestiegen und ihre Kultur hat einen gewaltigen Aufschwung genommen. Damit werden Schwächen des Vertrages von Waitangi, der 1840 zwischen der britischen Krone und den Maori abgeschlossen wurde, teilweise behoben. In diesem, damals als vorbildlich angesehenen Vertrag, wurden den Maori Eigentumsrechte gewährleistet. In den meisten Fällen wurde über die folgenden Jahre den Maori ihr Land einfach weggenommen.

Es ist zu hoffen, dass die Maori nie mehr mit Land handeln werden, dieses nur im Baurecht an Nutzer abgeben werden!

200708 nwo

NWO und Belcampo prüfen Zusammenarbeit

Zwei bodenrechtlich aktive Stiftungen prüfen, in welcher Art sie künftig zusammenarbeiten könnten. Die Stiftungsräte der Stiftung Belcampo und der NWO-Stiftung haben vereinbart, Abklärungen dafür zu treffen. Beide Stiftungen sind in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts gegründet worden und weisen sehr ähnliche Zielsetzungen auf. Sie propagieren Baurechtsverträge der öffentlichen Hand statt des frei handelbaren Bodens. Belcampo und NWO-Stiftung sind beide gesamtschweizerisch tätig und unterstehen der Stiftungsaufsicht des Bundes.

150608 nwo

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