NWO-Stiftung Belcampo





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Aktuell

Kaptialismus in Gefahr

Die Verunsicherung bei den Verfechtern des bisherigen Weltwirtschaftssystems ist gross. "Kapitalistisches System in Gefahr" - so liess sich Natioanlbank-Präsident Philipp Hildebrand in der SonntagZeitung vom 31. Januar zitieren. Und in der gleichen Zeitung sagt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf,  "die Politik muss sich gegen die Banken durchsetzen". Da dämmert offensichtlich einigen einiges. Doch besteht einmal mehr die Gefahr, dass man in populistischer Art nach Sündenböcken sucht und sie findet. Dabei sind die horrenden Boni für zweifelhafte Leistungen von Bankmanagern und all die virtuellen Fantasieprodukte, mit denen Kapitalisten von den Bankinstituten gelockt werden, lediglich Ausdruck der Systemlüge. Und die deckt bisher kaum jemand auf. Die grosse kapitalistische Lüge besteht darin, den Grosskapitalisten wie der kleinen Frau und dem kleinen Mann von der Strasse zu suggerieren, Geld arbeite. Geld arbeitet nie und es vermehrt sich nicht von selbst. Immer sind es Menschen, die für den Reichtum anderer Menschen den Rücken krumm machen, es ist die Gesellschaft, die Leistungen erbringt oder es ist die Natur, die geschändet statt verantwortungsvoll genutzt wird. Was der Grosse zu gigantischen Geldbergen anhäuft, fehlt Millionen von Kleinen für das Lebensnotwendigste. Was Not tut, ist diese Einsicht. Erst sie ermöglicht es, eine Geld- und Wirtschaftsordnung jenseits des Kapitalismus aufzubauen, welche von realistischen Voraussetzungen ausgeht: Jede Gesellschaft braucht ein gewisses Mass an Egalität, um nicht auseinander zu brechen, und kein Baum wächst in den Himmel. Folglich müssen Mechanismen entwickelt werden, welche die ungleiche Verteilung der Güter eindämmen. Und eine Wirtschaft der Zukunft darf Mensch und Lebensgrundlagen nicht mehr dermassen überfordern, wie es der Zinseszins-Kapitalismus mit seinen exponentiellen Umsatz- und Gewinnzwängen seit langer Zeit tut. In diesem Sinne ist der Kapitalismus - hoffentlich - endlich in Gefahr. Die grosse Mehrheit der Verlierer unter seinem Regime wird ihm - wenn ihnen denn die Augen wirklich aufgehen - keine Träne nachweinen.

060210nwo  

Hannes Ammann gestorben          

In seinem 81. Altersjahr ist in Adliswil Hannes Ammann-Kreundl gestorben. Er erlag den schweren Verletzungen, die ihm bei einem schweren Verkehrsunfall kurz vor Weihnachten zugefügt worden sind. Hannes Ammann setzte sich ein Leben lang für das freiwirtschaftliche Gedankengut ein, mit dem ihn sein Vater schon früh vertraut gemacht hatte. Hannes Ammann engagierte sich in der Schweizerischen Freiwirtschaftlichen Bewegung als langjähriges Vorstandsmitglied. 1986 gehörte er auch zu den Gründern der NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung. Er diente unserer Stiftung während mehr als zwei Jahrzehnten als umsichtiger Kassier. Daneben war ihm das Aufarbeiten und Ergänzen der Schweizerischen Freiwirtschaftlichen Bibliothek ein grosses Anliegen. Er unterstützte und förderte deren Platzierung im Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrum (WWZ) der Uni Basel und setzte sich stark für die fachgerechte Katalogisierung ein. Die Freiwirtschaftliche Bewegung der Schweiz verliert mit Hannnes Ammann einen ihrer führenden Köpfe und die NWO-Stiftung einen initiativen Stiftungsrat, Weggefährten und Freund.

060210nwo

Werner Rosenberger 85

Der Schweizer Freiwirtschafter Werner Rosenberger konnte kürzlich in bester geistiger Frische seinen 85. Geburtstag feiern. Der Jubilar stiess - damals als Praktikant am Lehrerseminar - bei brillanten Liberalsozialisten Werner Schmid in Zürich auf das freiwirtschaftliche Gedankengut. Es hat ihn ein Legen lang begleitet. Er gehörte seinerzeit dem Zürcher Jugendparlament an. Später engagierte er sich im Vorstand der Liberalsozialistischen Partei der Schweiz (LSPS). Werner Rosenberger war der Hauptautor von deren letztem Parteiprogramm, das 1986 herauskam und dem der bekannte Schweizer Publizist Hans Tschäni Weitsicht und grossen Gemeinsinn attestierte. Nach Auflösung der Partei präsidierte Rosenberger eine Zeitlang die Inwo International. Daneben war er stets ein gefragter, temperamtevoller Refernt zu Geld- und Bodenrechtsfragen. Seit deren Gründung im Jahre 1986 ist Rosenbgerger Stiftungsrat der NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung.

250110nwo

Zwei Bodenrechtsstiftungen fusionieren

Die NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung und die Stiftung Belcampo, beide mit Sitz in Freienbach SZ, fusionieren. Bereits im letzten Frühling haben die Stiftungsräte der beiden ideell verwandten Organisationen den Zusammenschluss der beiden Stiftungen prinzipiell beschlossen. Auf dem Weg zur Fusion sind allerdings einige administrative Hürden zu überwinden. Unter Mithilfe der eidgenössischen Stiftungsaufsicht in Didier Burkhalters Direktion des Innern erarbeiten die beiden Stiftungsräte gegenwärtig die erforderlichen Dokumente. An ihrer gemeinsamen Sitzung von Ende März soll die Fusion dann auch formell hieb- und stichfest beschlossen werden. Nach der Genehmigung der Fusion durch die Aufsichtsbehörde soll die Fusion rückwirkend auf den 1.Januar 2010 in Kraft treten. Die beiden Stiftungen Belcampo (1985) und NWO (1986) wurden unabhängig voneinander vor einem Vierteljahrhundert gegründet. Beide propagieren ein soziales Bodenrecht mit Gemeineigentum und privater, genossenschaftlicher und gewerblicher Nutzung. Entsprechend ihren Grundsätzen geben die beiden Stiftungen ihre Grundstücke im Baurecht an Interessierte ab. Gegenwärtig haben die beiden Stiftungen zusammen vier Baurechtsparzellen. Nach der Fusion schliessen sich die beiden Stiftungsräte zusammen. Der neue Name gemeinsame Name lautet NWOstiftungBELCAMPO. Noch offen ist der künftige Stiftungssitz. Die fusionierte Stiftung wird einen neuen Anlauf zur Steuerbefreiung nehmen. Bei der Gründung der beiden Stiftungen  waren Stiftungen mit politischem Einschlag in den meisten Kantonen nicht steuerbefreit. Seither haben sich die Verhältnisse aber zum Teil geändert, so dass ein neuer Anlauf angezeigt ist.

250110nwo

 

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